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Preview: BUS: Bro u Survived

von Andreas · ca. 3 Min. Lesezeit
BUS: Bro u Survived

Bus: Bro U Survived beginnt mit einem simplen, sofort verständlichen Überlebensfantasie-Bild. Du bist auf einer Insel, die gerade auseinanderfällt, Zombies laufen dir über den Wege, und dein ganzer Plan besteht aus einem alten Schulbus, ein paar Verbündeten und der Hoffnung, dass du aus Schrott etwas bauen kannst, das dich den nächsten Tag überleben lässt. Das Spiel nutzt Koop nicht als Option, sondern als Treibstoff: zusammen losziehen, retten, plündern, umbauen und dabei in eine Story rutschen, die größer ist als nur noch eine Nacht überleben.

Im Kern ist das ein Spiel über Tempo und Improvisation. Du fährst mit deinem Bus von Ort zu Ort, steigst aus, suchst, schraubst, trägst, rettest Leute und verteidigst dich, bis du wieder genug zusammen hast, um den nächsten Schritt zu machen. Das Crafting ist dabei bewusst gedacht, alles, was du findest, kann in etwas verwandelt werden, das dich länger am Leben hält, von improvisierten Waffen bis zu defensiven Upgrades. Und genau hier sitzt der Reiz. Der Bus ist nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern dein mobiles Lager, deine Werkbank und irgendwann auch dein Schutzschild gegen die Horden. Je weiter du kommst, desto stärker wird aus dem rostigen Ding ein Fahrzeug, das du nach deinem Stil formst, optisch und funktional.

Was Bus: Bro U Survived im Koop besonders interessant macht, ist die Skalierung. Mehr Spieler heißt nicht nur leichter, weil mehr Hände, sondern auch tendenziell anspruchsvollere Puzzles und gefährlichere Gegner. In der Theorie sorgt das dafür, dass sich das Spiel nicht anfühlt wie vier Leute, die ein eigentliches Solo-Erlebnis plattwalzen. Gleichzeitig lebt das Ganze von diesen kleinen, typischen Koop-Momenten. Einer schleppt schwere Beute zum Bus, der nächste hält Zombies auf Abstand, während jemand anderes schon den Schalter sucht, der den Weg freimacht. Wenn das Leveldesign diese Zusammenarbeit konsequent einfordert, kann das eine angenehm natürliche Dynamik bekommen.

Die große Frage ist, wie gut sich die Moment-zu-Moment-Action anfühlt, wenn die Routine einsetzt. In den bisherigen Eindrücken wirkt das Kampfsystem eher zweckmäßig. Es erfüllt seine Funktion, aber es trägt die Erfahrung nicht alleine. Das ist nicht automatisch ein Problem, wenn Loot, Upgrades, Rätsel und Story die stärkeren Säulen sind, aber das Spiel muss aufpassen, dass Kämpfe nicht zur Pflichtübung zwischen den eigentlich spannenden Teilen werden. Ähnlich mühsam sind die Momente zwischendurch, denn sobald einer fährt, brauchen die anderen etwas Sinnvolles zu tun, sonst wird jede Fahrt zur Wartezeit. Gerade in einem Koop-Spiel entscheidet sowas schnell darüber, ob ihr in einer Session drin bleibt oder ob einer nach 20 Minuten aussteigt, weil er sich überflüssig fühlt.

Ton und Humor sind eine weitere Baustelle, die stark davon abhängt, wie fein das Writing dosiert ist. Bus: Bro U Survived setzt sichtbar auf Sprüche, Situationskomik und einen eher leichten Umgang mit dem Weltuntergang. Das kann als Kontrast wunderbar funktionieren, solange es nicht jeden Dialog in einen Witz verwandelt und die Story dadurch an Gewicht verliert. Der Plot rund um Fraktionen, Allianzen und die finale Entscheidung über das Schicksal der Insel klingt nach genug Substanz, um die Comedy nicht alles überdecken zu lassen. Die Kunst wird sein, die Balance zu halten.

Mittel

Fazit

Befriedigend
Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Auf dem Papier hat das Projekt alles, was ein richtig gutes Koop-Spiel braucht, ein klares Zentrum (der Bus), eine motivierende Upgrade-Schleife und genug Struktur, um euch nicht nur herumrennen zu lassen, sondern euch wirklich auf Ziele zu schicken. Wenn Leveldesign und Progression sauber ineinandergreifen, entsteht genau diese Art Session-Spiel, bei der man aus Versehen „nur noch kurz“ spielt und dann doch hängen bleibt.

Im Moment wirkt aber noch nicht alles auf dem Niveau, das es dafür braucht. Wenn Kämpfe nur Mittel zum Zweck sind, muss der Rest so gut sein, dass man sie gern in Kauf nimmt und wenn der Bus das Herzstück ist, dürfen die Fahrten nicht zu Wartezeit für die Hälfte der Gruppe werden. Das Spiel hat einiges an Potential, ob es dieses am Ende wirklich ausnutzen wird, werden wir erst nach dem Release wissen.