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Preview: Disciples: Domination

von Andreas · ca. 3 Min. Lesezeit
Disciples: Domination

15 Jahre nach ihrem Triumph als Befreierin kehrt Avyanna zurück – gebrochener, misstrauischer, aber noch immer mit einer Krone auf dem Haupt. Disciples: Domination will nicht nur ein klassisches Strategie-RPG sein, sondern eine düstere Reise durch Schuld, Macht und das langsame Zerbröckeln eines Reiches. Und das, was wir auf der gamescom sehen konnten, macht Lust auf mehr.

Die Geschichte von Disciples: Domination setzt rund eineinhalb Jahrzehnte nach Liberation ein. Avyanna ist nicht länger die aufstrebende Rebellin, sondern eine desillusionierte Monarchin, deren Reich am Rande des Zerfalls steht. Verbündete haben sich abgewandt, neue Fraktionen drängen an die Macht, und dunkle Magie scheint erneut ihre Schatten über Nevendaar zu werfen.

Der Einstieg ins Spiel erinnert zunächst an Bekanntes: Erneut wählen wir eine von vier Klassen, darunter Warmaster, Witch Queen oder Holy Regent, und bestimmen damit Fähigkeiten, Kampfstil und Spielfokus unserer Avyanna. In der Preview erkunden wir eine Hafenstadt in Echtzeit, ein Element, das bereits aus dem Vorgänger bekannt ist. Die Atmosphäre ist dicht, die Umgebung stimmungsvoll, aber noch etwas sparsam mit Interaktionen. Viele Gebäude und Figuren wirken noch wie Platzhalter, der Aufbau erinnert jedoch stark an die typischen Exploration-Phasen der Serie.

Zwischendurch müssen wir Entscheidungen treffen, sogenannte „Grievances“, die direkt an die Story gekoppelt sind. Dabei geht es nicht nur um Moralfragen, sondern auch um politische Weichenstellungen: Avyanna muss sich zwischen verschiedenen Fraktionen positionieren, ihre Reputation verbessern und ihre Beziehungen zu Gefährten und Untergebenen festigen. Wer als Spieler also auf verzweigte Story-Pfade hofft, könnte hier auf seine Kosten kommen.

Taktik mit Biss
Die rundenbasierten Kämpfe auf Hexfeld-Arenen wurden im Detail verbessert, ohne den Kern zu verändern. Bis zu zehn aktive Einheiten, inklusive Avyanna, und drei Backline-Supporter bilden die eigene Truppe. Besonders auffällig: Die Entwickler haben sich laut Game Director Christophe Garnier viel Feedback zu Herzen genommen und das Kampfsystem mit mehr Synergien, Fraktionsfähigkeiten und Umgebungsinteraktionen angereichert.

So können zum Beispiel Leichname auf dem Schlachtfeld als taktisches Element verwendet oder Feinde gezielt auf gefährliche Felder gezogen oder geschubst werden, während sich die Karte durch verschiedene Aktionen verändern lässt. Einheiten verfügen über drei Arten von Aktionspunkten (blau für Bewegung, rot für Fähigkeiten, gelb für beides), was mehr Tiefe bei der Entscheidungsfindung erlaubt. Dazu kommen passive Boni, wenn Punkte bewusst aufgespart werden.

Erstmals konnten wir auch einen Bosskampf gegen ein von verdorbener Mana wiedergeborenes Monster sehen, ein gewaltiger Gegner mit riesiger Lebensleiste, Flächenangriffen und Fokus auf defensive Strategien. Das Tempo der Gefechte wurde erhöht, ohne hektisch zu werden, ein Spagat, der dem Spiel gutsteht.

Hoffnung trotz Dunkelheit
Technisch wirkt Domination solide. Die düstere Dark-Fantasy-Optik ist stimmig, auch wenn die Preview noch nicht final wirkte. Der Soundtrack verspricht, die emotionale Tiefe der Handlung zu untermalen, und die Rückkehr klassischer Fraktionen wie den Mountain Clans dürfte alte Fans freuen. Multiplayer wird es hingegen nicht geben, Domination bleibt eine reine Singleplayer-Erfahrung.

Besonders spannend ist die erzählerische Ausrichtung: Artefacts Studio betont, dass die Geschichte bewusst düsterer erzählt werden soll als je zuvor. Avyannas Zerrissenheit, Machtmissbrauch und Intrigen sollen den Ton angeben. Wer Liberation als solide, aber zahme Rückkehr empfand, bekommt hier wohl die deutlich rauere Fortsetzung.

Gut

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Schon die erste Preview macht klar: Disciples: Domination bleibt seinen Wurzeln treu, geht aber mutige Schritte, um dem Franchise neues Profil zu geben. Vor allem die Fokussierung auf politische Entscheidungen, ein verfeinertes Kampfsystem und ein düsteres Narrativ wirken vielversprechend. Fans des Vorgängers dürfen sich auf mehr Story, mehr Taktik und mehr Konsequenzen freuen.

Ob Domination die Kritikpunkte von Liberation wirklich ausbügelt, lässt sich noch nicht abschließend sagen. Doch das, was wir gesehen und gespielt haben, deutet auf eine durchdachte Weiterentwicklung hin. Wenn Artefacts Studio die Balance zwischen Strategie, Erzählung und Atmosphäre hält, könnte Disciples: Domination 2026 zu einem der stärksten Genrevertreter des Jahres werden. Wir bleiben dran.