Die Stronghold-Reihe ist bei Strategiefans noch immer eine der beliebtesten und das obwohl Stronghold 3 eine kleine Katastrophe war. Dies
wissen jedoch auch die Entwickler und wollen die Fehler nicht noch einmal machen. Sie versprechen uns ein Spiel, das wieder zur alter Stärke
finden soll, aber gelingt dies auch? Wir konnten auf der gamescom einen ersten Blick darauf werfen und wollen unsere Erfahrungen mit euch
teilen.
Stronghold Crusader 2 soll in der Spielreihe wieder ganz an den Anfang zurückgehen und sich wieder vermehrt am ersten Teil anlehnen. So gilt
es wieder intelligent zu wirtschaften, seine Burg mit Verteidigungsanlagen abzusichern und jede Menge Truppen bauen. Wichtig sind hier im
neuen Teil natürlich wieder die Steuern. Je glücklicher wir unsere Bevölkerung machen umso höher sind unsere Steuereinnahmen, die wir
dringend brauchen um unsere Armee aufzubauen. Hier gibt es grundsätzlich absolut keine Änderungen zum ursprünglichen Spiel, denn noch immer
braucht man zum Beispiel einen Ochsen zum Steine transportieren im Steinbruch. Wer also ältere Teile des Spieles schon gespielt hat, wird
sich hier sofort zurecht finden.
Schön ist es, dass man beim Bauen wieder auf das Kachelsystem zurückgegangen ist. ZWar war die Idee eines vollkommen freien Setzens im
letzten Teil interessant, doch leider sehr fehlerbehaftet. Das neue, alte System funktioniert dafür wieder ohne Probleme und man kann auch
Felsvorsprünge wundervoll zum Bauen nützen. Mauern, Türme und die dazugehörigen Truppen stehen nun in wenigen Sekunden, da sich dies nur noch
in vier bzw. acht Richtungen drehen lassen.
Zu einer der Neuerungen zählen die neutralen Ländereien, die sowohl vom Spieler, wie auch vom Gegner erobert werden können. Nicht nur, dass
wir den Platz brauchen um weitere Gebäude zu bauen, so brauchen wir auch die Rohstoffe, die teilweise nur in den neutralen Gebieten versteckt
sind. Wer also mit seiner Burg wachsen will, muss also handeln und darf nicht nur zuschauen und abwarten, da sonst der Gegner überstark
werden kann.
Eine Neuheit sind die Naturschauspiele in Stronghold Crusader 2, die euch das Leben durchaus schwer machen können. Heuschrecken zerstören
eure Ernte, Sandstürme und Windhosen können eure Gebäude in Mitleidenschaft ziehen und Menschenleben fordern. Interessant wird es sein, wie
häufig die Naturschauspiele im Spiel wirklich auftreten werden und welchen Spieleinfluss sie nehmen werden.
Schade in unseren Augen ist, dass auf eine narative Story verzichtet wird. Es gibt zwar zwei Feldzüge zu spielen, nämlich den Kreuzzug und
die arabische Kampagne, die beiden sind jedoch im Grunde nur Tutorials, wo man die Spielsteuerung und alle damit zusammenhängenden Systeme
kennenlernt. In weiterer Folge gibt es nur noch Skirmish-Missionen, sowie die Möglichkeit in Multiplayer-Partien gegen Freund und Feind zu
spielen. Schön ist, dass man bei den Skirmish-Missionen unterschiedlich starke KI-Gegner zu besiegen hat. So ist der Schah eher zurückhaltend
und durch seine Angst leichter zu besiegen als Richard Löwenherz, der mit starken und schwer gepanzerten Einheiten angreift.
Praktisch ist es, dass man nun auch Allianzen schließen kann und zwar sowohl offline, wie auch online. Wie lange man diese hält oder wann man
diese bricht, liegt immer im Ermessen des Spielers. Gerade online, wo insgesamt acht Spieler gegeneinander spielen können, ein wichtiges
Feature, da man leere Spielerplätze mit der KI auffüllen kann. Ebenso ist es möglich im Koop an der selben Burg zu spielen. So kann sich
einer um den Ausbau der Burg kümmern, während der andere Spieler gleichzeitig das Militär steuert.
Wer Angst hat, dass der neue Teil Bug-Probleme, wie der Vorgänger haben wird, denn können wir beruhigen. Die gezeigt Version funktionierte
ohne Probleme und bis auf einige KI-Kleinigkeiten scheinen auch die Kämpfe richtig gut abzulaufen. Mit ein wenig Feintuning dürften diese
aber bis zum Release des Spieles auch beseitigt sein. Grafisch ist das Spiel durchaus schön anzusehen, modernste Grafikpracht wird uns jedoch
nicht geliefert. Aber hier reiht sich der Titel in die bisherige Reihe ein. Stronghold stand immer schon eher für den Spielspass als für die
Grafikpracht.
Fazit
haben und der Titel so zur alter Stärke zurück finden. Man hat sich die Kritik des letzten Teiles zu Herzen genommen und die Fehler
beseitigt. Ebenso gibt einige spannende Neuerungen, die das Spiel gut ergänzen. Ganz große Änderungen gibt es keine, die sind aber auch nicht
notwendig in meinen Augen, denn der Titel fühlt sich endlich wieder wie ein Stronghold-Titel an. Schade ist, dass es keine klassische
Kampagne im Spiel gibt, dafür wird man wohl umso mehr Zeit im Online-Spiel verbringen.





