Titel:
Nosgoth
System:
PC
Publisher:
Square Enix
Entwickler:
Psyonix
Genre:

Release:
tba

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Preview: Nosgoth

Der Aufschrei war groß, als Square Enix das Legacy of Kain Spin-off Nosgoth ankündigte und auch wir freuten uns in der Redaktion auf eine Rückkehr von Kain und Raziel. Nun konnten wir uns im Zuge der Beta und der gamescom in Köln das Spiel ein wenig besser ansehen und wollen euch unseren ersten Eindruck davon vermitteln.

Nosgoth entfernt sich komplett vom Singleplayer-Erlebnis der Legacy of Kain-Reihe mit ihrer starken Charakterentwicklung und durchwegs denkwürdigen Story. Square Enix liefert uns nämlich einen Free-to-Play 3rd Person Multiplayer Shooter ohne jeglicher Kampagne. Zumindest der Kampf Mensch gegen Vampir und die düster unheimliche Atmosphäre im Leveldesign bleiben uns jedoch erhalten. Ein interessantes neues Konzept, das sich erst unter den alt eingesessenen Legacy of Kain Fans erst behaupten wird müssen.

Auf den ersten Blick scheinen Nosgoths Entwickler Psyonix zu wissen was sie tun. Denn das bisher gezeigte, hat es geschafft uns trotz kleinerer Kinderkrankheiten für mehrere Runden zu fesseln. Mit Kinderkrankheiten sind kleinere Balancing-Probleme und ein wenig Tethering bei schnelleren Mausbewegungen gemeint. Da das Spiel aber noch ''Work in Progress'' ist und die Entwickler scheinbar hart an Updates arbeiten, sehen wir da keine größeren Probleme bis zum Release hin.

Das Spielprinzip bietet im Vergleich zu anderen Genre Vertretern oberflächliche Abwechslung. Die große Gefahr besteht, dass auf lange Sicht das Spiel etwas zu langweilig wird und sich nicht gegenüber anderen 3rd Person Shootern durchsetzen wird können. Die zwei Spielmodi Team-Deathmatch und Siege spielen sich gut, sind aber in unseren Augen im Moment noch zu wenig um Spieler auf lange Sicht fesseln zu können. Hier werden die Entwickler noch weitere Spielmodi integrieren müssen um den Langzeitspass zu garantieren.

Am Anfang jeder zehn Minuten dauernden Runde werden die Teilnehmer in zwei Vierer-Teams aufgeteilt, wobei ein Team sich den Menschen und das andere den Vampiren anschließt. Diese zwei Fraktionen könnten unterschiedlicher kaum sein. Wo die Menschen sich mehr auf den Fernkampf spezialisieren und in einer geschlossenen Gruppe herumwandern, klettern die Vampire als Einzelgänger an Hausfassaden hoch oder können gar über die Stadt fliegen um sich im richtigen Moment auf ihre Opfer in den Nahkampf zu stürzen. So gibt es als Mensch doch schon den ein oder anderen Schreckmoment, wenn man mitten im Kampf auf einmal aus der Luft gepackt und von der Gruppe entfernt wird. In den meisten Fällen führt dies zum unmittelbaren Tod durch Fallschaden oder dem Einzelkampf mit dem übermenschlichen Vampir. Ziel in jeder Runde ist 30 Killpunkte zu erreichen, bevor die Zeit abgelaufen ist.

Beide Fraktionen sind in jeweils vier Klassen aufgeteilt und dürften für jeden Spieler-Typus etwas parat halten. Zusätzlich kann man sich mit gewonnenem Spielgeld für jede Klasse eigene neue Waffen oder Fähigkeiten kaufen. Die Entwickler betonen hier jedoch immer, dass die Ingame-Käufe keinen großen Einfluss auf das Spiel haben sollen, den Sieg oder einen großen Vorteil wird man sich nicht erkaufen können. Jedes Spiel besteht aus einer Runde als Mensch und einer Runde als Vampir, wo man bei beiden Fraktionen auch noch eine Klasse wählen darf und jede ihre Vor- und Nachteile hat.

Vom technischen Standpunkt her läuft das Spiel schon jetzt reibungslos und flüssig. Das Level-Design würde atmosphärisch sehr gut in die einstige Serie passen, ist aber rein spielerisch nicht sonderlich nennenswert. Die Steuerung ist sehr simpel und einfach gehalten, beinhaltet aber alles was man braucht. Die wuchtigen Soundeffekte im Kampf lassen keinen Wunsch offen und auch der Soundtrack ist passend gewählt.

Fazit: Alles in allem darf man gespannt bleiben, wie sich das Spiel in der nächsten Zeit noch entwickeln wird und ob es in Zukunft für mehr Abwechslung sorgen kann als bisher. Der Grundstein für ein gutes Spiel ist gelegt, jetzt kommt es auf Entwickler Psyonix an etwas daraus zu machen und es nicht im Wald der Genrevertreter untergehen zu lassen. Die unterschiedlichen Spielweisen der Menschen und Vampire machen beide Spass, vor allem wenn man den Dreh heraus hat als Mensch immer in der Gruppe zu bleiben und als übermächtiger Vampir immer die Ausreißer zu bekämpfen. Multiplayer-Fans sollten das Spiel auf jeden Fall im Auge behalten und es durchaus einmal ausprobieren.

Ersteindruck: Gut