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Game City 2014 - Rückblick

Wiener Rathaus game von YouGame Redaktion ca. 4 Min. Lesezeit

Von 10. bis 12. Oktober 2014 wurde das Wiener Rathaus erneut zur Game City. Drei Tage lang trafen aktuelle Konsolen- und PC-Spiele, Familienprogramm, E-Sport, Medienpädagogik und Gaming-Kultur mitten in Wien aufeinander. Am Ende stand ein neuer Besucher:innenrekord: Rund 69.000 Menschen kamen zur achten Ausgabe der Game City und zeigten damit einmal mehr, wie fest digitale Spiele inzwischen im österreichischen Veranstaltungskalender verankert sind.

Bereits am Freitag fiel um 9 Uhr der Startschuss. Während viele Messen erst langsam anlaufen, war bei der Game City schnell zu spüren, dass sich hier nicht nur Fachpublikum, sondern ein sehr breites Publikum angesprochen fühlt. Familien mit Kindern, Schüler:innen, Core-Gamer:innen, neugierige Eltern, E-Sport-Fans und Besucher:innen, die einfach einmal neue Spiele ausprobieren wollten, bewegten sich durch das Wiener Rathaus. Die besondere Kulisse tat auch 2014 viel für die Atmosphäre. Gaming im Rathaus wirkt noch immer ungewöhnlich, aber gerade dadurch stark.

Über 350 Spielestationen standen bereit. Das Angebot reichte von Klassikern wie Pong über Indie-Games bis hin zu kommenden Blockbuster-Titeln. Dadurch war die Game City nicht nur eine Vorschau auf das Weihnachtsgeschäft, sondern auch ein Ort, an dem unterschiedliche Generationen von Spielkultur nebeneinander sichtbar wurden. Wer wollte, konnte neue Hardware ausprobieren, kommende Titel anspielen oder einfach durch die Räume wandern und beobachten, wie unterschiedlich Menschen an Games herangehen.

Einen starken Auftritt hatte die Xbox Area, die schon am ersten Tag viele Besucher:innen anzog. Dort wurden aktuelle Spiele und Hardware-Highlights gezeigt, und mit Thomas Morgenstern schaute auch ein prominenter Xbox-Fan vorbei. Der Olympiasieger nutzte den Besuch, um sich selbst einen Eindruck vom österreichischen Gamingevent des Jahres zu machen. Solche Auftritte waren zwar nicht der Kern der Messe, halfen aber dabei, Games noch stärker in einem breiteren Popkultur- und Sportumfeld zu verankern.

Besonders wichtig blieb die wienXtra-Kinderzone. Mehr als 4.500 kleine und große Gäste nutzten das Angebot, um altersgerechte Spiele auszuprobieren und sich beraten zu lassen. Gerade dieser Bereich unterscheidet die Game City von vielen klassischen Gaming-Messen. Hier ging es nicht nur darum, möglichst viele Neuheiten anzuspielen, sondern auch darum, Orientierung zu geben. Eltern konnten Fragen stellen, Kinder konnten Spiele testen, und Fachpädagog:innen halfen dabei, digitale Spiele einzuordnen.

Auch abseits der Spielestationen wurde einiges geboten. Safebike Wien verzeichnete am Außengelände rund 1.250 Probefahrten und machte den Rathausplatz damit zu mehr als einem reinen Durchgangsbereich. Solche Programmpunkte sorgten dafür, dass die Game City nicht nur im Inneren des Rathauses stattfand, sondern den gesamten Ort bespielte. Das passte gut zum Anspruch, Gaming nicht isoliert, sondern als Teil eines größeren Freizeit- und Familienprogramms zu präsentieren.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil war die Fachtagung F.R.O.G. Sie brachte rund 150 Teilnehmer:innen zusammen und zeigte, dass digitale Spiele nicht nur als Unterhaltung, sondern auch als Thema wissenschaftlicher und pädagogischer Auseinandersetzung ernst genommen werden. Dieser inhaltliche Rahmen ist für die Game City besonders wertvoll, weil er den Messetrubel um Reflexion, Diskussion und Expertise ergänzt.

Auch der E-Sport sorgte für starke Zahlen. Die Live-Turniere der österreichischen E-Sport-Meisterschaften erreichten über twitch.tv rund 128.000 Online-Zuseher:innen. Damit wurde sichtbar, dass die Game City längst nicht nur vor Ort funktioniert. Während im Rathaus gespielt, getestet und diskutiert wurde, verfolgte online ein deutlich größeres Publikum die kompetitiven Bewerbe. Für den heimischen E-Sport war das ein beachtliches Signal.

Gerade im Zusammenspiel dieser Bereiche zeigte sich, warum die Game City 2014 so gut funktionierte. Auf der einen Seite standen große Namen, neue Spiele und anspielbare Highlights. Auf der anderen Seite boten Kinderzone, F.R.O.G., Schulangebote und Beratungsstationen einen Zugang, der über reine Produktpräsentation hinausging. Die Veranstaltung sprach damit nicht nur jene an, die ohnehin jedes neue Spiel verfolgen, sondern auch Menschen, die Orientierung im Games-Bereich suchen.

Der neue Besucher:innenrekord von rund 69.000 Gästen war deshalb nicht bloß eine Erfolgsmeldung für Veranstalter und Aussteller. Er zeigte, dass die Game City ihr Profil weiter geschärft hatte. Gegenüber dem bisherigen Rekord von 67.500 Besucher:innen konnte die Veranstaltung noch einmal zulegen und bewies, dass PC- und Konsolenspiele in Österreich längst ein Thema für Jung und Alt sind.

Rückblickend war die Game City 2014 ein weiterer Schritt hin zu einer breiter verstandenen Gaming-Kultur. Sie war laut, voll und stellenweise sicher auch fordernd, aber gerade diese Mischung machte den Reiz aus. Zwischen Xbox Area, Kinderzone, E-Sport, F.R.O.G., Rathausplatz und über 350 Spielestationen entstand ein Wochenende, das Games nicht nur zeigte, sondern als gemeinsames Erlebnis erfahrbar machte. Die Fotos vom ersten Messetag halten genau diesen Auftakt fest: ein Rathaus, das für drei Tage wieder ganz im Zeichen des Spielens stand.

Fotocredits: Christoph Liebentritt

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