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gamescom und Game City 2013 - Ankündigung

Wiener Rathaus game von YouGame Redaktion ca. 5 Min. Lesezeit
gamescom und Game City 2013 - Ankündigung

Für viele Spieler:innen gehören die gamescom in Köln und die Game City in Wien längst zu den Fixpunkten des Jahres. Die eine ist Europas große Bühne für Neuheiten, Publisher, internationale Branchentermine und riesige Messestände. Die andere bringt Games mitten ins Wiener Rathaus und macht digitale Spielkultur für Familien, Jugendliche, Schulen und Fans kostenlos zugänglich. 2013 traten beide Veranstaltungen gemeinsam in Wien auf und stellten im Rathaus ihre Pläne für das kommende Messejahr vor.

Zur Pressekonferenz luden Vertreter:innen beider Formate ins Wiener Rathaus. Für die gamescom sprachen unter anderem Katharina C. Hamma, Geschäftsführerin der Koelnmesse, und Franko Fischer, Pressesprecher der Messe. Die Game City wurde von Michaela Schierhuber vorgestellt, Leiterin der wienXtra-spielebox und eine der zentralen Stimmen hinter dem pädagogischen und familienorientierten Profil der Wiener Veranstaltung. Schon die gemeinsame Präsentation zeigte, dass beide Messen zwar unterschiedliche Größenordnungen bedienen, aber zunehmend ähnliche Fragen berühren. Wie erreicht man neue Zielgruppen? Wie präsentiert man Games als Kultur- und Wirtschaftsfaktor? Und wie verbindet man Unterhaltung, Information und Community?

Der Rückblick auf die gamescom 2012 fiel positiv aus. Auch wenn im Vorjahr die ganz großen Neuankündigungen ausblieben, werteten die Veranstalter die Messe als Erfolg. Mehr als 275.000 Besucher:innen kamen nach Köln, 603 Aussteller präsentierten ihre Produkte in den Messehallen. Besonders interessant aus österreichischer Sicht war der Stellenwert, den Österreich bereits damals für die gamescom hatte. Rund 24 Prozent aller ausländischen gamescom-Besucher:innen kamen aus Österreich. Auch medial war das Land stark vertreten. Mit 81 Journalist:innen lag Österreich im Pressebereich auf Platz neun. Dazu nutzten 16 österreichische Aussteller die Möglichkeit, sich in Köln zu präsentieren, womit Österreich auf Platz sieben der ausländischen Ausstellerländer landete.

Für 2013 blickten die Verantwortlichen entsprechend optimistisch nach vorne. Die Vorbereitungen liefen bereits auf Hochtouren, und zahlreiche Unternehmen hatten ihr Kommen zugesagt. Besonders auffällig war die Rückkehr von Nintendo. Nachdem der Konzern 2012 nicht auf der gamescom vertreten war, sollte Nintendo 2013 wieder in Köln präsent sein. Daneben kündigten sich viele große Namen der Branche an, darunter Bethesda Softworks, Deep Silver/Koch Media, Electronic Arts, Konami, Riot Games, Ubisoft, Wargaming, Warner Bros., CD Projekt, Kalypso Media, NVIDIA, Razer und Roccat. Schon diese frühe Liste machte deutlich, dass Köln auch 2013 wieder nahezu die gesamte Bandbreite der Branche versammeln wollte.

gamescom und Game City Pressekonferenz

Neben den Messeplänen wurden auch Zahlen zur deutschen Games-Industrie präsentiert. Der Gesamtumsatz des Marktes sank 2012 leicht auf 1,851 Milliarden Euro, nach 1,989 Milliarden Euro im Jahr davor. Konsolenspiele blieben dabei ein wichtiges Standbein, während der Markt für Handheldgames deutlich unter Druck stand. Besonders spannend war der Blick auf die Verteilung zwischen physischen und digitalen Verkäufen. Zwar wurden bereits 38 Prozent aller Spiele per Download erworben, doch der klassische Handel erzielte weiterhin den deutlich größeren Umsatzanteil. Physisch gekaufte Spiele standen für 89 Prozent des Umsatzes, digitale Verkäufe nur für 11 Prozent. Daraus ließ sich gut ablesen, dass vor allem kleinere und günstigere Titel zunehmend digital gekauft wurden, während die großen Kassenschlager weiterhin stark über den Handel liefen.

Auch bei Online-Abonnements, Premium-Accounts und Item-Verkäufen zeigte sich ein ambivalentes Bild. Die Zahl der Konsument:innen stieg, die Umsätze gingen jedoch in mehreren Bereichen zurück. Mehr Menschen nutzten also digitale Zusatzangebote, gaben pro Kopf aber weniger Geld aus. Für die Branche war das ein Hinweis darauf, dass digitale Geschäftsmodelle zwar wachsen, aber nicht automatisch höhere Einnahmen bedeuten. Gerade 2013 stand die Games-Industrie damit an einem Übergangspunkt. Der stationäre Handel war weiterhin wichtig, Downloads gewannen an Bedeutung, und neue Monetarisierungsformen mussten erst beweisen, wie tragfähig sie langfristig sind.

Die gamescom 2013 sollte vom 21. bis 25. August zum fünften Mal in Köln stattfinden. Der Kartenvorverkauf hatte zum Zeitpunkt der Pressekonferenz bereits begonnen. Nach den präsentierten Zahlen und den bereits bestätigten Ausstellern war klar, dass die Messe auch 2013 ihre Rolle als zentrale europäische Plattform der Branche behaupten wollte. Gerade für österreichische Medien, Besucher:innen und Unternehmen blieb Köln ein wichtiger Treffpunkt, nicht nur wegen der gezeigten Spiele, sondern auch wegen der internationalen Kontakte und der hohen Sichtbarkeit.

Deutlich kleiner, aber für Österreich nicht weniger wichtig, präsentierte sich im Anschluss die Game City. Vom 27. bis 29. September 2013 sollte das Wiener Rathaus wieder zum Zentrum der heimischen Games-Szene werden. Zum siebten Mal wollte die Veranstaltung digitale Spiele aus der Messehalle heraus mitten in die Stadt holen. Anders als die gamescom setzt die Game City nicht primär auf internationale Größe, sondern auf Niederschwelligkeit, kostenlosen Zugang und die Verbindung von Spielen, Beratung und Bildung.

Konkrete Details zum Programm wurden bei der Pressekonferenz noch nicht umfassend genannt. Das Team befand sich bereits in der Planungsphase, und wie schon 2012 sollte im und rund um das Rathaus wieder ein breites Angebot entstehen. Gerade die Mischung aus Anspielstationen, Familienprogramm, wienXtra-Kinderzone, Schulangeboten und Fachtagung macht den besonderen Charakter der Game City aus. Während die gamescom den internationalen Maßstab setzt, zeigt die Wiener Veranstaltung, wie Games im öffentlichen Raum und im Familienkontext vermittelt werden können.

Zusammen ergab die Pressekonferenz einen interessanten Blick auf das Spielejahr 2013. Köln versprach eine große internationale Bühne mit fast allen wichtigen Publishern, während Wien erneut darauf setzte, Games für ein breites Publikum im Rathaus erlebbar zu machen. Beide Veranstaltungen bedienen unterschiedliche Erwartungen, ergänzen sich aber in ihrer Wirkung. Die gamescom zeigt, wohin sich die Branche bewegt. Die Game City zeigt, wie stark Games auch in Österreich im Alltag angekommen sind.

Für Messebesucher:innen, Familien, Fans und Branchenbeobachter:innen deutete sich damit ein spannendes Jahr an. Im August blickt die internationale Games-Welt nach Köln, im September wird Wien wieder zur Spielestadt. Zwischen großen Publishern, Branchendaten, pädagogischer Vermittlung und öffentlichem Zugang zeigte die gemeinsame Pressekonferenz vor allem eines: Games sind 2013 endgültig mehr als ein reines Freizeitprodukt. Sie sind Wirtschaftsfaktor, Kulturthema, Familienthema und Community-Erlebnis zugleich.

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