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Review: Dark Souls II

von Thomas · ca. 5 Min. Lesezeit
Dark Souls II

Und täglich grüßt das Murmeltier...<br />
… so in etwa fühlt es sich an, wenn man in Dark Souls 2 auf so manchen Widersacher trifft, und dieser sich partout weigert, einfach zu sterben. Kurz darauf findet man sich dann wiederholt beim letzten Checkpoint. Dennoch war unser Redakteur Tommy mutig und willensstark genug sich durch das Spiel zu kämpfen um euch mehr darüber zu berichten.

Der Tod ist also euer ständiger Begleiter, was noch deutlicher wird, wenn man das Dorf Majula, kurz nach dem Tutorial, erreicht. Dort findet sich ein Denkmal an den Klippen an dem man die Anzahl an weltweiten Verblichenen ablesen kann. Diese belaufen sich zur Zeit auf sagenhafte 153189207 Tote.

Aber zurück zum Anfang. Als Untoter, der alles verloren hat, findet man sich in einer düsteren Welt wieder, um seine eigene Seele vor der Verdammnis zu retten. Was es mit der Spielwelt Drangleic genau auf sich hat, erfährt man zunächst nicht wirklich, denn eine eingehende Story oder einen roten Faden, der einen zur nächsten Aufgabe führt, sucht man hier vergeblich. So marschiert man einfach einmal los bis man eine kleine Hütte findet, in welcher man vor die Klassenwahl gestellt wird. Zur Auswahl stehen der Krieger, der Ritter, der Schwertkämpfer, der Bandit, der Kleriker, der Zauberer, der Erkunder und, für die Exhibitionisten unter euch, der nackte Bettler.

Trotz der anfänglichen Entscheidung über eure Klasse, bleibt es euch weitgehend selbst überlassen, wie ihr euch weiter entwickelt. Nach dem Verlassen der Hütte findet man sich in einem Tutorial wieder, welches euch recht geradlinig durch die Grundsteuerung führt. Hier wird schnell klar, dass die Tastatur- und Mausumsetzung im Vergleich zum Vorgänger zwar verbessert wurde, aber sich das Ganze mit dem Controller doch noch besser anfühlt.

Wer den Vorgänger gespielt hat, wird sich anfangs über die recht einfachen ersten Kämpfe wundern. Dieser Eindruck bleibt aber nicht lange bestehen, denn nach dem Tutorial steht einem die vollständige Welt offen. So passiert es leicht, dass man ein bestimmtes Gebiet mit einem zu niedrigen Level betritt oder in einen Hinterhalt gerät, was sehr oft ein Wiedersehen mit dem letzten Checkpoint zur Folge hat. Dieses Spiel ist also nichts für Ungeduldige, denn mit dem Sterben gehen auch ein kleiner Verlust des Maximalen Lebens und der Verlust der gesammelten Seelen einher. Letztere kann man aber wieder einsammeln, wenn man es bis zum Standort seines letzten Todes schafft. Das verlorene Leben zurück zu erhalten kann sich da schon schwieriger gestalten.

Erstaunlicherweise gelingt es „From Software“ hier wieder, den Spielablauf, trotz der ständigen Frustmomente, spannend zu gestalten, so dass die Motivation nicht verloren geht. Genretypisch sucht man neue Gebiete und Ausrüstung. Man besiegt Kontrahenten um deren Seelen zu sammeln, die man dann in neue Charakterwerte, Ausrüstungen und Waffen investieren kann. Majula gilt hier als Hauptanlaufpunkt. Denn nur hier kann man den Charakter aufleveln und die wichtigsten Grunditems bei den Händlern in der Nähe bekommen.

Atmosphärisch kann sich Dark Souls 2 auf jeden Fall zeigen lassen. Ob düstere Wälder oder finstere Dungeons, man spürt immer die erdrückende Stimmung die sich durch den gesamten Spielverlauf zieht. Stück für Stück erfährt man mittels verschiedener Personen von den einstigen Geschehnissen in Drangleic. Auch die Gegnervielfalt mit ihren oft sehr unterschiedlichen Taktiken stellt den Spieler immer wieder vor neue Herausforderungen. Damit meine ich nicht die Bosse. Diese sind nochmal ein anderes Kapitel. Hier gilt Geduld und langsames Herantasten, um schließlich durch sorgfältige Beobachtung und Glück hinter die richtige Strategie zu kommen. Sollte man hier jedoch einmal wirklich stecken bleiben und nicht weiter wissen, bleibt immer noch die Möglichkeit sich einen anderen Spieler zu Hilfe zu holen. Dieser bleibt aber nur bis zum Besiegen des Bosses und kann nur gerufen werden, wenn man menschlich ist. Menschlichkeit verliert man durch Tod und kann nur durch das Benutzen von ''Menschenbildern'' oder dem erfolgreichen Helfen eines anderen Spielers wieder hergestellt werden.

Unschaffbar ist aber auch im Alleingang kein Boss. Das Spiel ist fair, verzeiht aber keine Fehler.
Im Vergleich zum Vorgänger ist Dark Souls 2 eigentlich nur in ein paar wenigen Punkten einfacher. Man levelt schneller, kommt früher zu guter Ausrüstung und das Schnellreisen zwischen den Checkpoints steht schon direkt am Anfang zur Verfügung.

Grafik

Optisch macht das Spiel durch seine Atmosphäre und der Liebe zum Detail einen sehr guten Eindruck auch wenn Texturen, Kollisionsabfragen und Lichteffekte ein wenig mehr hermachen könnten. Hier dürften die Entwickler wohl am Ende zu wenig Zeit gehabt haben, denn so manche unschöne Ecke oder Charaktere, die in der Umgebung hängen bleiben, hätte man wohl noch beseitigen können. Einzelne Szenen sind jedoch so atmosphärisch umgesetzt worden, dass man voll und ganz hineingezogen wird wie an so mancher nebelverhangenen Strasse oder manchem Lichteffekt.

Sound

Die Hintergrundmusik ist Dark Souls 2 weiß absolut zu überzeugen, da sie unheimlich atmosphärisch ist und genau weiß, wann sie lauter sein soll und wann sie einfach einmal schweigen soll. So gibt es durchaus Momente, wo es einfach nur still ist und man sogut wie gar nichts mehr hört. Dies löst oft eine ganz eigene Stimmung aus, wie man es nicht oft in anderen Spielen mitbekommt. Schade ist, dass es insgesamt dann doch wenig Umgebungsgeräusche gibt, wenn man aber welche hört, sind diese wirklich gut umgesetzt. Dies merkt man vor allem in den Kämpfen, wenn die Waffen aufeinander klirren.

Multiplayer

Darks Souls 2 wurden einige Online-Möglichkeiten geschenkt, auch wenn es am Ende kein wahrer Online-Modus ist bei dem man längere Zeit mit einem Freund spielen kann. Dennoch wird man im Spiel immer wieder Hinweise anderer Spiele finden, die uns Geheimgänge oder Schwachpunkte von Gegnern verraten. Auch dank im Spiel immer wieder auftauchender Blutlachen, weiß man wo der Großteil der Spieler ihr Leben gelassen haben.

Dies wird meistens bei Bossgegnern sichtbar sein, wo die nächste praktische Hilfsoption zu tragen kommt. Schafft man es nämlich selbst nicht weiter, kann man einen Hilferuf starten und ein anderer Spieler kann in eure Welt beschworen werden um gemeinsam gegen den Gegner vorzugehen. Praktisch ist, dass es hier auch einen Sprachchat gibt, dank dem man sich leichter absprechen kann.


Doch Vorsicht, nicht jeder User meint es gut mit euch. Ist der Onlinemodus nämlich aktiv, besteht auch die Chance, dass andere Spieler in euer Spiel einfallen um euch in den Rücken zu fallen. Solche feindlichen Invasionen passieren meistens in den absolut unpassendsten Momenten.

Fazit

Thomas
Thomas
YouGame Redaktion
Für Serien Einsteiger ist der zweite Teil der Serie einsteigerfreundlicher, wenn auch nicht gerade einfach. Man muss sich auf allerhand Emotionen, von Wut bis Angst, über Frust und Begeisterung,
gefasst machen. Der etwas erleichterte Spielzugang könnte für manche Fans des Vorgängers zwar abschreckend wirken und der Überraschungseffekt im Vergleich zum ersten Teil fehlt ein wenig, da man durch die schon erlebten Spielzeit ein wenig auf den Schwierigkeitsgrad vorbereitet wurde.<br />
Der Qualität des Titels tut das aber nichts ab. Wer herausfordernde Bossgegner zu schätzen weiß und die damit verbundenen Misserfolge als Herausforderung sieht, wird den unzähligen Toden zum Trotz ein unvergessliches Spielerlebnis haben. Denn eines darf man nicht vergessen, wenn ein Spiel es schafft, dass man auch nach dem 100. Tod immer noch weiter spielt, dann hat es alles richtig gemacht.
Grafik
7/10
Sound
9/10
Multiplayer
7/10
Gameplay
9/10
Spielspaß
9/10