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Review: Titanfall

von Andreas · ca. 6 Min. Lesezeit
Titanfall

Der Shooter-Markt wird hauptsächlich von Battlefield und Call of Duty dominiert und kaum ein Titel schafft es aktuell an den zwei jährlich

erscheinenden Titel vorbeizukommen. Doch nun kommt Titanfall, ein Genre-Neueinsteiger, der den Markt mit einem erfrischend neuen Konzept erobern

will. Ob dies gelungen ist, haben wir versucht, für euch herauszufinden.

In den letzten Wochen ist man kaum an Titanfall vorbeigekommen, ist der Hype doch zuletzt stark in die Höhe geschossen, denn spätestens seit der Beta

gab es kaum noch einen Genrefan, der sich nicht auf das Spiel freute. Da das Spiel von Electronic Arts und Microsoft gemeinsam herausgebracht wird,

erscheint das Spiel jedoch nur für PC, Xbox One und Xbox 360, wobei Besitzer der letzteren Konsole noch auf einen Release warten müssen. Besitzer der

Playstation schauen bei Titanfall leider in die Röhre. Entwickelt wurde das Spiel vom Entwicklerstudio Respawn Entertainment, das sich aus ehemaligen

Mitgliedern von Infinity Ward, bekannt durch Call of Duty, zusammensetzt.

Das Spielkonzept ist schnell erklärt. Sechs Spieler stehen auf jeder Seite und versuchen den Kampf für sich zu entscheiden. Ergänzend zu den 12

PErsonen gibt es noch jede Menge Nichtspielercharaktere, die für mehr Hektik am Schlachtfeld sorgen. Ein ruhiges, gezieltes Vorgehen ist somit fast

unmöglich. Sobald euer Titanfall-Timer heruntergezählt ist, habt ihr die Möglichkeit einen sechs Meter hohen Titan anzufordern, den ihr entweder

selbst steuern könnt oder der einfache Befehle von euch befolgt. Ihr selbst könnt dank eurem Jetpack Parkour-ähnlich über Wände laufen und große

Sprünge von Haus zu Haus tätigen. Daraus ergibt sich ein ganz neues Spielgefühl, da die Kämpfe nicht mehr nur am Boden ablaufen, sondern auch auf den

Gebäuden. Gerade durch diese neue Bewegungsfreiheit ist Titanfall einer der schnellsten Shooter, der aktuell am Markt ist und trotz der

Geschwindigkeit hat man immer das Gefühl die vollständige Kontrolle über seinen Charakter zu haben.

Schlüpft ihr in die Rolle eines Titanen spielt sich das Spiel etwas langsamer und schwerfälliger. Ein- und Aussteigen funktioniert mit nur einer

Taste und wird mit einer schönen Animationen untermalt. Ab sofort steht einem nun die geballte Macht des Titanen zur Verfügung und wir können mit

seinen Waffen die Umgebung ins Visier nehmen und beschießen. Sollte es jemand wagen auf uns zu schießen, halten wir einfach mal unseren Schild zum

Schutze vor. Sollten wir einen anderen Titanen soweit bearbeitet haben, dass sein Schild gefallen ist, können wir ihn per Boxhieb auseinandernehmen

und den Piloten direkt aus dem Cockpit reißen um ihn dann quer über die Map zu werfen.

Mit dabei ist ein vereinfachtes Klassensystem, dass versucht für unterschiedliche Spieler, unterschiedliche Piloten und Titanen zur Verfügung zu

stellen. Somit ist ein rein offensives, wie auch ein etwas überlegteres, defensiveres Vorgehen möglich. Man muss sich dabei gut überlegen, mit

welchen Waffen man sich ausstattet und ob man eher gegen die Titanen vorgehen will oder gegen die Piloten. Jeder Vorteil im Spiel, hat auch einen

Nachteil, den man in Kauf nehmen muss.

Auch bei den Titanen müsst ihr euch zwischen drei unterschiedlichen Modellen entscheiden. So gibt es den Alleskönner ohne wirkliche Stärke, den

Schnellen, der dafür weniger Panzerung besitzt, sowie den Starken, der sich dafür um einiges langsamer bewegt. Eine ganz besondere Waffe für den

Piloten ist die Smart Pistol, die sich automatisch den Kopf des Gegners als Ziel aussucht. Nichtspielercharaktere lassen sich somit schnell

ausschalten, während es bei echten Gegenspielern länger dauert. Um die Spielbalance zu wahren muss man hier nämlich drei Punkte des Gegners

markieren, was einige Sekunden Zeit kostet, wofür es im 1 gegen 1 jedoch selten die Zeit dafür gibt.

Schafft ihr es in den Kämpfen Herausforderungen abzuschließen, bekommt ihr als Belohnung Burn-Cards von denen ihr bis zu drei Stück in jede neue

Runde mitnehmen könnt. Ihr könnt sie jeweils einmal einsetzen und bekommt so kurzzeitige Boni, wie stärkere Bewaffnung, bessere Kletterfähigkeiten

oder höhere Geschwindigkeit. Manchmal bekommt ihr auch ganz besonders seltene Karten und dürft dann zum Beispiel gleich zum Start einer Runde mit

einem Titanen beginnen.

Schade ist, dass nach Plants vs. Zombies: Garden Warfare auch Titanfall ein reiner Online-Shooter ist, der keine Einzelspielerkampagne besitzt. Der

Konflikt auf der Welt zwischen dem interstellaren Großkonzern IMC und der Miliz wird zwischen den Mehrspielerpartien mit kurzen Zwischensequenzen und

Audioeinspielungen erzählt. Man fühlt sich somit wie einer Multiplayer-Kampagne, die aus neun unterschiedlichen Missionen besteht. Man wird durch die

Geschichte getrieben, wo das Ergebnis des letzten Kampfes jedch keine Auswirkung auf die Geschichte hat. Hier hätten wir uns mehr erwartet, weil das

Gameplay durchaus eine interessantere Geschichte für den Singleplayer zugelassen hätte. So bleibt das Spiel leider nur für Spieler interessant, die

ihre Spielzeit mit Freunden und Online verbringen.

Grafik

Grafisch wusste man schon seit der Beta, dass Titanfall keine grafische Revolution mit sich bringen wird. Im Moment rennt das Spiel mit einer

Auflösung von 792p, kann dafür mit einer zu 100% konstanten Framerate aufwarten. Die Entwickler arbeiten zwar an einer Auflösung von 900p, die per

Patch nachgeliefert werden soll, was in unseren Augen jedoch nicht wirklich notwendig wäre. Denn man hat im Grunde eh nie Zeit sich die Welt so

richtig anzusehen, da man immer mitten im Kampfgetümel ist. Die einzelnen Maps wurden sehr gut umgesetzt und sind allesamt unterschiedlich

genugaufgebaut. Die Designer haben dabei gut darauf geachtet, Welten zu bauen, die sowohl für Titanen, wie auch für Piloten funktionieren. Schade

ist, dass die Umgebung kein Schadensmodell besitzt und man mit dem Titanen schon an kleinen Objekten hängen bleiben kann. Dies hätte dem Spiel noch

mehr Tiefe geben, wenn man mit den Titans die Gebäude auch noch richtig zerlegen hätte könnte.

Sound

Bei der musikalischen Umsetzung wurde alles richtig gemacht. Die Sprachausgabe ist gelungen, auch wenn an manchen Stellen nicht ganz mit der

benötigten Liebe zum Detail übersetzt wurde und manche Texte deswegen zu korrekt klingen. Die Soundeffekte rocken dafür gewaltig, an allen Ecken und

Enden kracht es und man kann schon alleine vom Sound heraus erkennen, wo sich gerade am Schlachtfeld das Kampfgeschehen abspielt. Besonders gut hat

gefällt uns die Sprecherin, die uns im Kampf unterstützt und immer wieder sinnvolle Tipps gibt, wie wir vorgehen sollen. So gibt sie uns schon einmal

den Angriffsbefehl um uns im nächsten Moment den sinnvollen Tipp zu geben den Rückzug anzutreten, da der Gegner Nachschub organisieren konnte. Zu

Beginn ist die Stimme etwas ungewohnt, beginnt man ihr jedoch teilweise zu vertrauen, kann des oftmals auch schon über euer Leben entscheiden.

Multiplayer

Titanfall ist ja bekanntlich ein reiner Multiplayer-Shooter, erfindet dabei aber die Spielmodi nicht neu. Es werden die altbekannten und beliebten

Modi wie Deathmatch, Last Man Standing oder Capture the Flag integriert und dabei an das Gameplay und die Spielmöglichkeiten angepasst. Als Spieler

ist man somit recht schnell drinnen und kann sich auf das Spiel konzentrieren. Wer wirklich gemeinsam spielt, braucht ein sehr hohes

Taktikverständnis und vor allem viel Kommunikation. Durch die Spielgeschwindigkeit verliert man sich nämlich viel zu schnell aus den Augen. Aus

diesem Grund wurden wohl Teamaktionen wie zum Beispiel Wiederbelebung vom Entwicklerteam ganz weggelassen.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Eines muss ich hier gleich zu Beginn loswerden. Titanfall ist ein Pflichtkauf auf der Xbox One und bläst jegliche Shooter-Konkurrenz aus dem Weg. Das

Spiel macht von Beginn an Spass und lässt einen dann nicht mehr los. Viel zu groß ist die Action, die sich auf dem Schlachtfeld abspielt und viel zu

schnell geht das Spiel von der Hand. Gerade noch um die Ecke gebogen, laufen wir die Häuserwand entlang um auf das gegenüberliegende Haus zu springen

und sich am Dach hochzuziehen. Schnell den Gegner ausschalten, den Titan anfordern um dann in ihm die nächsten Gegner aufs Korn zu nehmen. Selten

zuvor spielte sich ein Shooter so schnell und dennoch so präzise. Als Wehrmutstropfen bleiben einige Kleinigkeiten hängen, die dem Spiel gut getan

hätten, wie zum Beispiel ein Singleplayer-Modus. Aber vielleicht überraschen uns die Entwickler hier ja noch mit einer Erweiterung, sonst bleibt dies

ganz oben auf meiner Wunschliste für den zweiten Teil. Bis dahin lass ich weiter die Waffen meines Titans gegen die Onlinegegner sprechen.
Grafik
8/10
Sound
9/10
Multiplayer
9/10
Gameplay
9/10
Spielspaß
9/10