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Review: Broken Age

von Andreas · ca. 3 Min. Lesezeit
Broken Age

Tim Schafer zählt zu den weltweit bekanntesten Entwicklern, ist er doch mitverantwortlich für Klassiker

wie Maniac Mansion, Monkey Island, Grim Fandango, Psychonauts oder Brütal Legends. Doch kann sein

neuestes Werk "Broken Age" an den Erfolgen seiner Vorgänger anschließen?

Trotz der Bekanntheit von Tim Schafer finden seine aktuellen Spieleideen keinen Publisher, weshalb das

neueste Werk "Broken Age" über Kickstarter finanziert wurde. Da das Geld jedoch nicht ganz gereicht hat,

wurde nur der erste Teil für Backers veröffentlicht und folgt am 28. Jänner auf Steam für alle nach. Der

Verkauf soll neues Geld bringen, mit dem der zweite Teil des Spieles vollendet werden soll, der dann

dafür gratis nachgeliefert werden soll.

"Broken Age" erzählt die Geschichte von zwei Charakteren, die in zwei vollkommen unterschiedlichen Welten

leben. Velouria lebt in einem kleinen Dorf, welches aus Angst vor dem unbeschreiblichen Wesen Mog

Chothra, alle 14 Jahre Jungfrauen opfert, damit das Dorf nicht zerstört wird. Vella selbst will jedoch

ihr Schicksal als Opfergabe nicht akzeptieren und fragt sich, warum das Wesen bis heute noch nicht

besiegt wurde und versucht dagegen vorzugehen.

Shay führt dafür ein behütetes, einsames Leben in einem Raumschiff, wo er vom Boardcomputer bemuttert

wird und täglich kindische Missionen zum Zeitvertreib erfüllen darf. Die künstliche Intelligenz

bezeichnet sich selbst als seine Mutter und lobt Shay für die kleinsten Taten in den Himmel, diktiert ihm

jedoch den ganzen Tagesablauf. Die AI hat nämlich noch nicht mitbekommen, das Shay nicht mehr sieben

Jahre alt ist, behandelt ihn jedoch noch immer wie ein Kleinkind, weshalb er ein eintöniges Leben

fristet.

Auf den ersten Blick weiß man nicht, wo die Verbindung zwischen den beiden Geschichten ist, welche auch

im ersten Teil des Spieles nicht vollständig verraten wird. Ich empfehle jedoch den Teil von Shay zuerst

zu beenden, da Vella einen Spoiler am Ende ihrer Geschichte hat.

Double Fine hat es geschafft ein liebevolles Adventure zu basteln, wo in den Dialogen nicht nur der

Schmäh rennt, sondern durchaus auch Tiefe gegeben ist. Dies sorgt dafür, dass man sich auch ein wenig mit

den Charakteren beschäftigt und sie lieben lernt, denn sie sind interessant umgesetzt und wissen durch

Einzigartigkeit zu überzeugen. Man merkt, dass nicht auf Zwang Scherze gesucht wurden, wie man es oft bei

anderen Spielen in diesem Genre bemerkt. Die Puzzles sind zwar großteils nicht besonders schwer gehalten,

sind aber kreativ und manchmal auch ein wenig verrückt. Während des Spielens kann man zwischen den beiden

Spielwelten wechseln und so beide Geschichten voran treiben. Zwar kann man ohne Probleme zuerst eine

Storyline zu Ende spielen und sich dann der anderen widmen, da es keine Verbindungen gibt, die einem das

Weiterkommen versperren. Trotzdem macht es Spass zwischendurch auch einmal die andere Geschichte zu

spielen. Beide haben auch merkliche Unterschiede, denn während Shays Geschichte eher rätselorientiert

ist, ist Velas Geschichte mehr dialogbasiert. Die Steuerung ist dabei ganz einfach gehalten. Man muss nur

die Objekte anklicken mit denen man interagieren will.

Grafik

Man kennt zwar schon schönere Grafiken bei Adventures, aber dennoch wissen die liebevoll gemalten Szenen,

die an so manches Bilderbuch erinnern, vollständig zu überzeugen. Obwohl es gezeichnete Hintergründe

sind, wirkt das Spiel dreidimensional und auch jeder Charakter wurde mit viel Liebe umgesetzt und hat

seinen eigenen Wiedererkennungswert.

Sound

Bei der musikalischen Umsetzung hat sich das Entwicklerteam nicht zurückgehalten. Der traumhafte

Soundtrack wurde vom Melbourne Symphonic Orchestra eingespielt. Für die Synchronsprecher wurden wiederum

bekannte Personen gewonnen. So darf man sich an den Stimmen von Jack Black, Jennifer Hale, Elijah Wood

oder Will Wheaton erfreuen. Eine deutsche Synchronisation ist leider nicht vorhanden, hier muss man sich

mit Untertiteln zufrieden geben.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Mit "Broken Age" hat Double Fine ein wirklich gutes Spiel produziert, welches man sich als Adventure-Fan

nicht entgehen lassen sollte. Die Entwickler schenken uns zwei eigene Welten, die jeweils ihren eigenen

Charme und Witz haben. Zwar sind die Rätsel nicht allzuschwer, dafür weiß Tim Schafers Humor zu

überzeugen. Da nach 4 Stunden schon wieder alles vorbei war, darf man sich ab da nur noch auf den zweiten

Teil freuen, der hoffentlich die Qualität von Teil 1 erfüllen wird. Auf jeden Fall hat es sich das Spiel

verdient, gekauft zu werden, denn anders als die Branche oftmals schreit, Adventure-Games sind nicht tot.
Grafik
9/10
Sound
8/10
Gameplay
8/10
Spielspaß
9/10