Unglaublicher Jubel brach aus als auf der gamescom 2013 bekannt gegeben wurde, dass alle Day One Besitzer
von der Xbox One Fifa 14 gratis dazubekommen. Bis die Xbox One jedoch im Handel steht, dauert es noch ein
wenig und so erscheint wie jedes Jahr Anfang Oktober Fifa 14 für die aktuellen Konsolen. Wir haben uns
die Xbox 360 und PS3 Version nun genauer angesehen.
Spieler, die nicht zu den Fans des runden Leders gehören, scheinen großteils nicht zu verstehen, warum
man sich jedes Jahr eine neue Version der Fußballversion zulegen sollte. Fifa-Spieler selbst wissen
jedoch, dass jedes Jahr am Spiel geschraubt wird und man jedes Jahr ein etwas anderes Spielgefühl
geschenkt bekommt. Die größten Änderungen in der aktuellen Version liegen in der Ballphysik, die
vollkommen überarbeitet wurde. So wirkt der Ball beim Drippeln nicht mehr wie am Bein festgeklebt und
auch die Schüsse scheinen mehr Vielfalt bekommen zu haben. Es gibt mehr Abpraller und öfter gibt es auch
einfaches Herumgestochere, wo man nicht so genau weiß, wer denn gerade den Ball hat. Spielerisch eine
Herausforderung und in manchen Situationen kommt leichter Frust auf, dafür hat es einen extremen
Wiedererkennungswert aus der Realität, wo es auch die Momente gibt, wo man einfach nicht am Gegner
vorbeikommt und nicht weiß, wie man an der Verteidigung vorbei in den Strafraum kommen soll.
Auch den Dripplings und den Zweikämpfen hat man versucht mehr Realismus zu schenken und so sind
Zweikämpfe noch herausfordernder. Dank der linken Schultertaste kann man nun den Oberkörper des
ballführenden Spielers zwischen Ball und Gegenspieler bewegen um den Ball noch mehr abzuschirmen. Ebenso
kann man nun nur mehr dann die Bewegung des Spielers verändern, wenn ein Fuss am Boden ist. Das Spiel
wird somit ein wenig träger, die Bewegung wirkt dafür menschlicher. Große Spieler haben nun auch einen
größeren Vorteil gegenüber kleinen Spielern und können dies auch bei Ecken perfekt ausnützen. Teilweise
wirken Verteidiger jedoch bei hohen und langen Bällen jedoch leicht disponiert.
Bei den Spielmodi hat sich nicht viel verändert. Der Kern liegt noch immer im Karrieremodus, wo ihr
sowohl als Spieler, wie auch als Trainer euer Glück versuchen könnt. Ihr beginnt wieder als Neueinsteiger
und versucht Spielzeit zu bekommen um dabei überzeugen zu können und es dann bis zur Nationalmannschaft
zu bringen. Neuerungen gibt es ingesamt nur im Detail, sowie zum Beispiel beim Managermodus mit dem
Scouting Network, wo weltweit nach Talenten für eure Mannschaft gesucht wird.
Natürlich wieder mit dabei ist das beliebte Ultimate Team, wo die Entwickler den Spielern wieder ein
Sammelkartenspiel schenken. So gilt es Spieler, Trainer, Trikots, Stadien und Co. zu sammeln und sich
sein eigenes ultimatives Lieblingsteam zusammenzustellen. Dabei muss man jedoch immer die Werte im Auge
behalten um auch die perfekte Team-Chemie zu bekommen. Die Attribute wirken sich in weiterer Folge
natürlich auch auf dem Platz aus. Neu dabei sind die Chemistry Styles, mit denen man die Profi-Spieler
bei guter Team-Chemie nocheinmal verbessern kann und diese dann eine von 19 Subklassen bekommen, wodurch
die Spieler ganz eigene gestärkte Fähigkeiten haben. Nur auf der 360 sowie Xbox One wird es übrigens auch
legendäre Kicker, wie Lothar Matthäus, in den Gold-Sets geben.
Grafik
Von der optischen Seite hat sich nicht mehr viel verändert seit der letzten Version. Es wurde zwar an
Feinheiten geschraubt und die Gesichter der Spieler scheinen ein wenig genauer an die original Ebenbilder
angepasst worden zu sein. Insgesamt scheint man hier nicht mehr viel Energie reingesteckt zu haben,
sondern habe dies schon der Next-Gen-version geschenkt, die sich grafisch doch deutlich abhebt. Wie beim
Vorgänger gibt es jedoch wieder Figuren, wie zum Beispiel Kameramänner am Spielfeldrand, die für Leben
sorgen. Auch die Wiederholungen und Stadionbilder sind wunderschön umgesetzt und zaubern ein richtiges
Fußballgefühl ins Wohnzimmer. Zwar ist es noch immer weit entfernt von der Realität, aber die Entwickler arbeiten sich langsam in die richtige Richtung um dem Spiel Emotionen wie echtes Fußball zu verleihen.
Sound
Bei den Soundaufnahmen wurde wieder einiges neu aufgenommen. Man merkt deutliche Unterschiede bei den
Sätzen von Manni Breukmann und Frank Buschmann, so hört man in den Spielen viel mehr Anekdoten und
Randgeschichten, wenn mal etwas weniger am Spielfeld passiert. Wird ein Kommentator durch ein
Spielgeschehen kurz unterbrochen, erzählt er die Geschichte wieder weiter, wenn es wieder eine ruhige
Sekunde gibt. Die Soundkulisse ist wieder ein Wahnsinn und man fühlt sich mitten im Stadion und auch beim
Soundtrack hat EA wieder eine Mischung an Liedern gefunden, wo für jeden etwas dabei sein sollte.
Multiplayer
Im Bereich des Multiplayer wurde nicht viel verändert. Man beginnt wieder in der Online-Saison in Liga 10
und arbeitet sich langsam nach oben. Schön ist, dass dies endlich auch 2vs2 möglich ist. Wieder mit dabei
ist auch die virtuelle Bundesliga, wo man wieder für seinen Lieblingsfussballverein auf Punktejagd geht.
Wer in der Rangliste für seinen Club ganz oben steht, kann auch bei Turnieren um Preise spielen oder am
Ende sogar deutscher virtueller Meister werden. Der Netzcode arbeitet vollkommen reibungslos. Man findet
schnell einen Gegenspieler und hat nicht mit Abbrüchen oder Lags zu kämpfen.
Fazit
Detail ersichtlich, dennoch liegt dank der neuen Ballphysik ein ganz neues Spielgefühl vor uns. Schade
ist, dass es im Multiplayer-Bereich noch zu wenig Neuerungen gibt, denn ein Coop-Karrieremodus ist leider
noch nicht vorhanden. Technisch ist das Spiel an seine Grenzen gekommen, weshalb man im Bereich der
Grafik quasi keine Veränderungen sieht. Bis uns die Next-Gen-Version vorliegt.






