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Review: Killer is Dead

von Andreas · ca. 3 Min. Lesezeit
Killer is Dead

Goichi Suda hat es wieder getan. Er hat mit Killer is Dead wieder einen Titel auf den Markt gebracht, der

sich vom Mainstream abhebt wie das Eigelb vom Eidotter. Nach Lollipop Chainsaw oder No More Heroes bringt

er wieder einen Titel heraus, den man liebt oder hasst. Eine Einstellung dazwischen gibt es praktisch nicht.

Wir übernehmen die Rolle von Mondo Zappa, einen Auftragskiller mit einem bionischen Multifunktionsarm,

der Blut für den Antrieb benötigt. Doch während er das Böse für eine regierungsnahe Agenture sucht und

beinhart gegen Geld beseitigt, so schüchtern ist er in seinem realen Leben. Seine Versuche bei einer Frau

zu landen, wecken fast Mitleid in einem. Ganz allein ist Mondo jedoch trotzdem nicht, wird er doch

überallhin von einer kleinen, verzogenen Göre verfolgt. Sie hat jedoch auch einen guten Nebeneffekt, denn

wenn wir einmal ins Gras beißen, bringt sie uns mit einer Herzmassage wieder ins Leben zurück. Doch

Spiele von Suda51 sind ja bekanntlich skurill, deswegen hat die Welt noch so einiges auf Lager. Der

Körper seines Bosses wurde durch Metall-Implantate ersetzt und seine Chaufferin ist eine geldgeile Britin

mit zwölf Armen. Aber auch sonst braucht man einiges an Geduld und Fantasie um der Geschichte folgen zu

können, denn die meisten Auftraggeber stehen auf irgendeine Art und Weise mit Mondo in Verbindung. Viele

Geschichtsstränge werden dabei angeschnitten, aber nicht alle werden beendet, die Übersicht und alle

Verbindungen zu bewahren ist hier ein wahre Kunst im Spiel. Dafür wird man an das Spiel gebunden und

Spannung aufgebaut.

Spielerisch erinnert Killer is Dead an Titel wie Bayonetta oder Devil May Cry. 12 verschiedene Gebiete

stehen einem zur Verfügung durch die man sich nach der Reihe mit seinem Katana und dem bionischen Arm

durchkämpft und am Ende jedes Levels einem Boss gegenüberzustehen. Bei den Angriffen ist es wichtig

überlegend zu agieren und kein Button-Smashing zu betreiben. Denn wenn man die Angriffsmuster der Gegner

durchschaut, kann man diesen im letzten Moment ausweichen um dann in Zeitlupe Konterangriffe zu

starten.

Etwas merkwürdiger fanden wir dafür die Gigolo-Missionen in denen wir mit unserem Hauptcharakter Frauen

aufreißen müssen. Dafür sitzen wir ihr in einer Bar gegenüber und versuchen sie zu erobern. Doch bevor

Mondo den Mut hat Geschenke zu überreichen, muss er sich diesen erst erarbeiten. So heißt es seinem Date

tief in die Augen zu schauen und in Momenten, wo sie an ihrem Getränk nippt, die Brüste, Beine und Hüften

in Visier zu nehmen. Aber ja nicht zu lange, denn sollte sie es bemerken und euch dabei erwischen, ist

das Date ganz schnell wieder vorbei. Klingt auf den ersten Blick sehr sexistisch, durch seine

Überspitzung nimmt sich das Minispiel jedoch selbst nicht ernst.

Grafik

Ein Schwachpunkt im Spiel ist sicher die Kameraführung, denn diese ist teilweise zu hektisch und man muss

sie immer wieder nachjustieren, obwohl in den Kämpfen meist kaum Zeit dafür bleibt. Oftmals muss man

deshalb den Ort der Gegner anhand der Geräusche erraten, da man sie einfach gerade nicht sieht. Ansonsten

weiß die Grafik zu gefallen, denn es wurde die Unreal Engine verwendet und ein animierter Comic auf den

Bildschirm gezaubert. Das Spiel ist sehr bunt gehalten und liefert trotz manchmal auftretendem Tearing

ein sehr stimmiges Gesamtbild.

Sound

Eine deutsche Sprachausgabe sucht man leider vergeblich, einzig deutsche Untertitel wurden dem Spiel

spendiert. Begeistern kann dafür die englische Synchronisation, die man wahlweise auch auf japanisch

stellen kann. Auch hervorheben muss man den Soundtrack, der wirklich zu jeder Situation perfekt dazupasst

und die Stimmung zu untermalen weiß. Dabei wirkt die Musik nie langweilig, sondern weiß sowohl mit

japanischem Dancepop, wie auch mit Piano-Stücken für Abwechslung zu sorgen.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Suda51 beweist wieder, dass seine Fantasie unberechenbar ist und liefert wieder ein skurriles Spiel ab,

dass am Ende dennoch zu begeistern weiß. Es ist zwar eine Herausforderung der Geschichte folgen zu

können, aber dies sorgt auch für die Spannung im Spiel. Grafik und Sound sind gelungen, schade sind hier

nur die Kameraprobleme und die fehlende deutsche Sprachausgabe. Wer schon andere Spiele von Suda51

geliebt hat, der darf auch dieses Werk einfach nicht auslassen, denn der Titel ist einfach zu abgedreht

um ihn nicht gespielt zu haben.
Grafik
8/10
Sound
8/10
Gameplay
9/10
Spielspaß
8/10