Ron Gilbert, der Schöpfer von Maniac Mansion, Zac McKracken und Monkey Island I + II gilt für ältere Spieler als einer der Pioniere der Adventure-Spiele. Nachdem es seit Monkey Island 2: LeChuck´s Revenge(1991) bis auf die Ausnahme von DeathSpank(2010) ruhig geworden ist, meldet er sich nun mit dem Download-Titel The Cave zurück und will die Spieler mit Humor und kniffligen Rätseln überzeugen. Wir haben uns der Aufgabe gestellt und die Höhle erforscht.
Die ganze Geschichte dreht sich, wie der Name schon vermuten lässt, um eine Höhle und diese führt euch auch gleich als Erzähler in das Spiel ein. Die Höhle selbst dient nämlich mit ihrer tiefen, charismatischen Stimme als Erzähler des Spieles, der euch alles erklärt. Zu Beginn befindet ihr euch jedoch noch außerhalb der Höhle und dürft drei der sieben zur Verfügung stehenden Charaktere auswählen, wobei jeder andere Fähigkeiten mit sich bringt. Eure Auswahl bestimmt somit auch euer Spielerlebnis, da sich die Aufgaben je nach ausgewählten Charakteren unterschiedlich lösen lassen. Jeder Charakter hat dabei auch seinen ganz eigenen Abschnitt, den man nur mit dessen Spezialfertigkeit erreichen und lösen kann. Sterben kann man dabei nicht, denn der Charakter wird im Falles seines Ablebens einige Meter zurückgesetzt. Da sich viele Rätsel jedoch mit allen Charakteren gleich lösen lassen, sinkt der Wiederspielwert. Hier wurde die Chance liegen gelassen, mehr auf die Spezialfähigkeiten der Charaktere einzugehen und so für mehr unterschiedliche Lösungswege zu sorgen. Wer auf jeden Fall alle Speziallevel sehen will, muss zumindest dreimal das Spiel beginnen, wer alle unterschiedlichen Story-Enden sehen will, sogar öfters.
Obwohl The Cave als Adventure gilt, ist es eigentlich ein Jump´n´Run mit Rätseleinlagen. So rennt und hüpft ihr durch die Höhle, sammelt Gegenstände ein, wobei ihr immer nur einen Gegenstand gleichzeitig tragen könnt und interagiert mit der Umgebung, um Rätsel, die euch den Weg versperren, zu lösen. Mühsam wird es in den Abschnitten, wo man mit den Charakteren durch die halbe Welt rennen muss und dies mit allen drei Charakteren einzelnt ausführen müsst, da es kein gemeinsames Laufen gibt. Nur in neuen Abschnitten werden die restlichen Spielcharakter zum aktuellen Ort hergezaubert. Schade ist auch, dass dem Spiel kein Inventar gegönnt wurde, weshalb man die Rätsel oft kreativ lösen muss, sofern man nicht zurücklaufen will um einen liegen gelassenen Gegenstand zu holen.
Die Rätsel haben es teilweise sogar richtig in sich und deswegen kommt man manchmal gar nicht so einfach voran. Das Spiel schafft hier jedoch den Spagat zwischen Frust und Herausforderung, denn ein Gefühl der Freude durchströmt einen, wenn man ein Rätsel hinter sich gebracht hat. Oft hat uns nur noch geholfen eine Pause zu machen, den Kopf frei zu bekommen und dem Problem dann von einer vollkommen neuen Sichtweise entgegen zu treten. Während wir uns also von Rätsel zu Rätsel kämpfen, treffen wir dabei auf die verrücktesten Orte in der Höhle, wie zum Beispiel einen Rummelplatz oder eine einsame Insel, das Spiel überrascht uns dabei immer wieder aufs neue.
Grafik
Auf den ersten Blick gibt es von der technischen Seite nichts zu bemängeln. The Cave begegnet einem mit einer schönen Comicgrafik, die zum Stil des Spieles passt und an Zeichentrickserien erinnert, auch wenn sie keine neuen Maßstäbe setzt. Schwächen merkt man jedoch, wenn es plötzlich hektische Momente gibt oder die Kamera sogar ein wenig rauszoomt, da hier die Bildrate deutlich einbricht. Positiv erwähnen wollen wir dafür alle Figuren, die wir selber spielen können oder denen wir im Laufe des Spieles begegnen. Diese überzeugen nämlich mit ihrem Aussehen und ihren Gesten.
Sound
Während die Hintergrundmusik eher unauffällig bleibt und die Figuren selbst stumm bleiben, so lebt das Spiel von der Stimme der Höhle. Sie führt uns durch das Spiel und kommentiert recht zynisch, was gerade am Bildschirm passiert. Einen besseren Märchenerzähler, der uns mit Charme und Witz durch das Spiel treibt, hätte man nicht finden können.
Multiplayer
Wer The Cave mit seinen Freunden spielen möchte, kann dies leider nur offline. Hier kann jeder einen der drei Charaktere übernehmen. Einen Splitscreen-Modus gibt es dabei nicht, man teilt sich gemeinsam den Bildschirm. Wenigstens kann man hier festlegen, auf welchen Charakter sich der Bildschirm gerade konzentrieren soll. Schade, dass man es hier nicht geschafft hat, einen Online-Modus zu integrieren, wo man über Xbox Live im Coop spielen kann. Dies hätte dem Spiel wirklich gut getan. Wenigstens wurde daran gedacht eine einfache Drop-In/-Out Funktion zu integrieren.






