In den letzten Monaten ist es rund um PlayStation Move etwas ruhiger geworden, doch dies will Sony nun wieder rasch ändern. Denn mit
Wonderbook: Das Buch der Zaubersprüche verspricht SOny das Wohnzimmer in eine virtuelle Zauberwelt zu verwandeln. Dank einer
Kooperation mit J.K.Rowling und Augmented Reality soll man als Spieler direkt in der Welt von Harry Potter landen und die Augen von
Fans zum Lodern bringen.
Bevor man losspielen kann, heißt es aufzubauen. Die PlayStationEye muss angeschalten werden, die Move-Controller angeschlossen und das
geschlossene Wonderbook so auf den Boden legen, dass die Kamera sowohl das Buch, wie auch den Spieler erkennen kann. Dies ging
eigentlich ganz schnell, Probleme hatte die Kamera nur im absolut dunklen Raum. Also ruhig ein wenig Licht anlassen zum Spielen,
sollte es schon dunkel draußen sein.
Das Tutorial ist ganz einfach. Sollte etwas falsch eingestellt sein, sagt einem das Spiel wie man das Zubehör kalibrieren soll. Passt
alles, verwandelt sich das Wonderbook am Bildschirm in ein dickes Zauberbuch. Nun gilt es einen Zauberstab zu wählen uns sich zwischen
den vier Häusern Slytherin, Griffindor, Ravenclaw und HUfflepuff zu entscheiden. Hier kann man rein nach Geschmack und Vorliebe
auswählen, Auswirkungen auf das Spiel hat die Wahl nämlich nicht. Hat man dies geschafft, sitzt man schon mit dem Zauberstab in der
Hand und kann die ersten Funken fliegen lassen. Doch bevor wir das Buch öffnen können, heißt es mit der Hand den Staub
runterzuwischen.
Ab nun versinkt man im Buch der Verfasserin Miranda Habicht, die neben den Zaubersprüchen auch viele kleine Anekdoten und Hinweise im
Buch versteckt hat. Diese hängen zwar nie miteinander im Zusammenhang, jedoch passen immer zu den einzelnen Kapiteln und
Zaubersprüchen. Insgesamt gibt es 20 Zauber zu lernen, die man bereits aus der Welt von Harry Potter kennt. Nachdem man den Zauber
erklärt bekommen hat, heißt es die Geste nach Vorgabe am Bildschirm nachzuzeichnen und zu den Zauberspruch zu sprechen um es
anschließend in kleinen, liebevollen Szenarien selbst zu üben. Wer schüchtern ist, kann auch nur schweigen oder auch das System
aushebeln und einfach andere Wörter sagen, die ähnliche Silben besitzen und wird so im Spiel trotzdem weiterkommen. Auf eine genaue
Spracherkennung wurde anscheinend nicht allzuviel Wert gelegt. Schön wurden jedoch die Zaubereffekte ins Spiel integriert. So wird beim
Wasserzauber das Buch auch wirklich nass und man muss es aufstellen und abschütteln. Beeindruckend ist es, wenn man das Buch in die
Hand nehmen muss um es zu drehen oder schief zu halten um irgendwo hineinschauen zu können oder einen anderen Blickwinkel zu
bekommen.
Die Spiele selbst sind sehr einfach gehalten und so muss man Licht in einen Raum bringen, Alraunen umtopfen, Schlösser öffnen oder
Wesen schrumpfen. So sehr es beim ersten Mal Spass macht, so sehr schrenkt es dann auch wieder ein. Denn die Zauber funktionieren zwar
alle ohne Probleme, als Spieler bekommt man jedoch nie den großen Raum um mit den Zaubern selbst experimentieren zu können. Einzig am
Endes jedes Kapitels, wofür man je rund 45 Minuten braucht, gibt es eine Abschlussprüfung, wo man die einzelnen Zauber miteinander
kombinieren muss und es mehrere Schauplätze hintereinander gibt, die man besucht. Das große Abenteuer erwartet einen hier nur leider
auch nicht, da diese Prüfungen recht schnell überstanden sind und man sich gleich wieder als Schüler betätigen darf. So verliert das
Spiel nach den ersten Kapiteln leider viel zu schnell an Magie, da der Wiederholungscharakter gerade jüngere Spieler schnell zu
langweilen beginnt. Nur wer es zum Finale schafft, wird sich über das Rätsel, das extra von J.K. Rowling geschrieben hat freuen und
insgesamt etwas freier zaubern dürfen.
Grafik
Technisch ist das Spiel umgesetzt und es ist beeindruckend wie gut das Spiel umgesetzt wurde. Man kann das Buch drehen, heben,
schwenken und das Bild darauf dreht sich immer richtig mit. Auch der Move-Controller wird schön als Zauberstab umgesetzt. Man fühlt
sich recht schnell, wie in der Zauberwelt von Harry Potter. Einziges eindeutiges Manko ist die Kamera. Diese filmt eindeutig in zu
schwacher Qualität, weshalb man sich selbst leider qualitativ schlecht im Fernseher sieht. Hier würde eine technisch erneuerte Kamera
dem Spiel wirklich gut tun. Oft wirken auch die Umgebungen etwas detailarm, die Effekte machen dies aber wieder wett. Gerade das
jüngere Zielpublikum ist auch noch nicht so Grafik fixiert, weshalb dies jetzt keine Spielspass-trübende Eigenschaft ist.
Sound
Die musikalische Untermalung ist sehr gut umgesetzt worden und zieht einen schnell in seinen Bann. Die Sprecher sind gut gewählt, sind
aber von der Klangfarbe sicher nicht jedermann Sache. Teilweise redet der Sprecher auch einfach zu viel und beginnt sich viel zu
schnell zu wiederholen. Schade ist auch, dass die Spracherkennung so schwächelt und man quasi alles sagen kann, statt den gewünschten
Zaubersprüchen und sie werden als richtig erkannt. Hier hätte man eindeutig mehr aus dem Ganzen machen können.
Fazit
schreibe, war dies nicht immer so. Als ich das Spiel erstmals auf der gamescom sah, war es in meinen Augen nur ein weiteres
Kinderspiel. Doch, wenn man das Das Buch der Zaubersprüche erstmals selbst in den Händen gehalten hat, wird man von der Faszination der
Technik und dem Ideenreichtum der Entwickler gepackt. Die Neugier, wie es weitergehen wird, hat mich im Spiel weitergetrieben. Und wenn
dies schon bei einem Erwachsenen funktioniert, dann funktioniert dies bei Kindern ebenso gut. Einziges Manko ist jedoch, dass die die
Welt von Harry Potter leider viel zu wenig genutzt wurde. Es wäre ein riesiges Potential zu nützen gewesen und auch J.K. Rowling hätte
man sicher mehr nützen können. Große Abwechslung wird man somit im Spiel nicht geboten bekommen, wer aber seine Kinder für ein paar
Stunden fesseln will und eine erste Machtdemonstration von Wonderbook spielen will, der ist beim Buch der Zaubersprüche gut aufgehoben. Man kann schon jetzt auf die weiteren Spiele gespannt sein.






