Remedy hat mit es geschafft mit der Erschaffung der Max-Payne-Reihe in den Olymp der
Spieleentwickler aufzusteigen. Aus diesem Grund warteten schon alle Spieler auf deren
nächstes Projekt. Doch Remedy machte es spannend und hielt nahezu alle Informationen des
Xbox 360 Exklusiv-Titels zurück. Erst als das Releasedatum sich näherte, wurden langsam
erste Infos herausgegeben, die viel versprechen ließen. Wurde Alan Wake wirklich der erwartete Erfolg, wir versuchen es herauszufinden?
Ganze sechs Jahre ist es her, seitdem Remedy Max Payne auf den Markt gebracht hat und
Videospielgeschichte geschrieben hat. Anfangs wurde es danach ruhig um das finnische
Entwicklerteam bis Alan Wake angekündigt wurde. Jahrelang hörte man wenig vom Spiel, doch
nun ist das Spiel wirklich am 14. Mai erschienen, obwohl dies vor einiger Zeit manche nicht
mehr für möglich hielten.
Akan Wake, unser Hauptcharakter, ist ein erfolgreicher Bestseller-Autor, der an einer
Schreibblockade leidet und mit seinem Buch nicht weiterkommt. Seine Ehefrau Alice will Alan
helfen und so ziehen sich beide in die Einsamkeit zurück. Eine kleine Hütte am See, mitten
im Nirgendwo in Nordamerika erinnert ein wenig an Stephan King. Doch während Alan glaubt,
dass ein paar Tage Urlaub am Plan stehen, hat Alice natürlich nur die Lösung der
Schreibblockade im Sinn. Als die wahren Ziele ans Tageslicht kommen, beginnt ein Streit,
der dazu führt, dass er wutentbrannt das Feriendomizil verlässt. Ab jetzt verändern sich
alle Umstände ganz plötzlich, denn Alice verschwindet spurlos im schwarzen See und Alan
verliert das Bewußtsein. Wie er knapp eine Woche später wieder zu sich kommt, befindet er
sich einem Autowrack, neben ihm das Manuskript, dass er schon seit Monaten im Kopf hat.
Doch was ist wirklich passiert? Wo ist Alice? Wie hat er das Manuskript geschrieben? Was
ist in der letzten Woche vorgefallen? Wer ist die schwarz angezogene Frau, die ihn in den
Träumen und in der Realität immer wieder über den Weg rennt? Oder stammt die doch nur aus
seinen Fantasien, da er den Tod seiner Frau nicht verarbeiten kann, wie es ihm der
merkwürdige Dr. Hartman erklären will. Viele Fragen, die offen sind und die beantwortet
werden müssen, was natürlich eure Aufgabe ist. Findet heraus, was wirklich hinter allen
Erscheinungen steckt und warum die Wirklichkeit mit der Geschichte aus Alans Buch
verschwimmt und Dämonen wie Buchcharaktere plötzlich in der Realität auftauchen.
Natürlich lässt sich das Rätsel nicht so ohne Probleme lösen, stellen sich doch die
Bewohner von Bright Falls, die von einer dunklen Wolke heimgesucht und in dessen Gewalt
gebracht wurden, euch entgegen. Die einzige Möglichkeit sie verwundbar zu machen, ist sie
mit Lucht anzustrahlen und dann mit konventionellen Waffen zu vernichten. Während man am
Anfang noch mit der kleinen Taschenlampe auskommen muss, kann man im Laufe des Spieles auch
andere Lichtquellen taktisch ausnutzen.
Ein Punkt den man nicht übergehen darf, ist die Spielatmospähre, denn von ihr lebt Alan
Wake. Hier haben sich die Programmierer an beliebte Fernsehserien gehalten und die ganze
Geschichte in Episodenmanier aufgebaut. Die einzelnen Handlungsstränge spinnen sich am
Anfang auseinander um gegen Ende in einem großen Finale wieder vereint zu werden. Ebenfalls
der Atmosphäre zuträglich sind die Radios und Fernseher, die im Spiel herumstehen. Hier
kann man übers Radio letzte Neuigkeiten erfahren, was Alan zuletzt alles gemacht hat. In
den Fernsehern wiederum werden Szenen gezeigt in den Alan dem Wahnsinn nahe sein Buch
schreibt. Obwohl man sicher noch etwas mehr als dem Hauptcharakter rausholen hätte können,
so beginnt man sich im Laufe doch mit dem gebrochenen Mann zu identifizieren, der nicht die
Rolle eines Superhelden einnimmt, sondern eines verwirrten Mannes, der zwischen Realität
und Fantasie nicht unterscheiden kann. Einsammeln sollte man im Spiel auf jedenfall die
verteilten Manuskript-Seiten des mysteriösen Buches, welche die Geschichte rund um Alan,
Alice und das Böse beleuchtet und so die Spielgeschichte genauer erklärt.
Grafik
Obwohl das Spiel mehrmals verschoben wurde, merkt man dies eigentlich gar nicht auf der
technischen Seite. Die Verschiebungen haben dem Spiel gut getan, sieht die Grafik doch
absolut herrlich aus. Während man am Tag wunderschöne Landschaften samt schönem
Sonnenuntergang zu sehen bekommt, erwarten einen in den Nachtstunden dunkle, düstere
Effekte, wo herrlich mit den Lichteffekten gespielt wird. Selten zuvor wurde in einem Spiel
so mit den Schatteneffekten und der Lichteinstrahlung gespielt. Die Slow-Motion-Effekte
sind dann noch das I-Tüpfelchen auf der grandiosen Grafik.
Sound
Ebenso brilliant wie die Grafik ist auch die Soundumsetzung. Bei den Charakterstimmen wurde
richtig viel Mühe gemacht und auch die sonstigen Vertonungen und Nebengeräusche wirken sehr
realitisch. Selten aber doch wird man bemerken können, dass der Ton nicht Lippensynchron
abrennt, ein Fehler jedoch den man leicht verkraften kann. Passend zu den Situationen wird
dann auch passende Hintergrundmusik eingespielt, die die Stimmung perfekt untermalt.
Multiplayer
Alan Wake besitzt keinen Multiplayer-Part.
Fazit
erfüllt, was versprochen wurde. Das Spiel ist in seiner Art einzigartig und schafft es stundenlang zu fesseln. Die ganze Geschichte wird spannend erzählt, samt Träumen, Flashbacks und anderen Stilmitteln, wie man sie sonst nur aus Filmen kennt. Ebenso deutlich merkbar ist die Anbindung an Steven King, den Meisterhorror-Schriftsteller, der mit seiner Erzählweise auch Pate für das Spiel gestanden ist. In meinen Augen ist Alan Wake ein absoluter Pflichtkauf, da man auch technisch absolut nichts bemängeln kann. Die Grafik hat
mich mehr als einmal zum Staunen gebracht und auch die musikalische Umsetzung kann trotz
ein paar kleiner Schnitzern bei der Synchronisation überzeugen. Wer also für einige Stunden
abschalten will und mutig ist, der sollte es im Zimmer dunkel machen und sich in die Welt von Alan Wake begeben.






