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Review: Mario Party 10

von Andreas · ca. 4 Min. Lesezeit
Mario Party 10

Wenn man Videospiele für eine Party sucht, dann muss man im Moment zur WiiU greifen. Mario Kart, Super Smash Bros. und jetzt auch Mario Party versprechen

puren Spass. Nintendo beschenkt uns nun mit dem bereits zehnten Teils der beliebten Partyserie, die uns seit 1999 auf den unterschiedlichsten Konsolen

mitbegleitet. Doch kann die Jubiläumsausgabe wirklich überzeugen? Leider nicht ganz!

Bereits mit Mario Party 9 auf der Wii hat Nintendo einen starken Umbruch der Spielmechanik durchgezogen und ein vollkommen neues Regelwerk umgesetzt. Es war

damals eine mutige Entscheidung, die leider nicht vollständig aufging und doch für einige Kritik sorgte. Mit der Entwicklung des zehnten Teil konnte der

japanische Entwickler Nd Cube wieder einiges ändern und hatte eine neue Chance das Partyspiel wieder auf die Siegerstrasse zu bringen. Leider gelingt dies

nicht und der Motor stottert schon beim Anstarten. Die Fähigkeiten der WiiU-Steuerung werden im zentralen Party-Modus nicht verwendet, alle vier möglichen

Spieler spielen mit Remote-Controllern, der Classic-Controller wird nicht einmal unterstützt. Aber so haben wenigstens alle Spieler die selben

Vorraussetzungen und dürfen sich der Charakterwahl widmen. Insgesamt stehen uns zehn Figuren zur Verfügung, von Yoshi bis Wario sind alle bekannten Figuren

dabei und mit Toadette und Spike lassen sich zwei sogar noch freischalten. Auch sonst kann man im Spiel jede Menge Kleinigkeiten freischalten, wie neue

Fahrzeuge, Fotos, Musik oder auch einen weiteren Schwierigkeitsmodus für die KI. Spielbretter oder Spielmodi kann man keine weiteren freischalten, was auf

der einen Seite zwar erfreulich ist, weil nichts verborgen ist, auf der anderen Seite aber ein wenig die Langzeitmotivation mindert.

Der Partymodus wurde im Vergleich zum Vorgänger nicht verändert. Man reist zu viert auf der linearen Karte im gemeinsamen Fahrzeuge durch die Welt und muss

zur Mitte und am Ende zusammen gegen die beiden Bosse antreten. Dazwischen warten jede Menge Minispiele, wo man gegen seine Mitspieler antritt und um kleine

Silbersterne spielt. Die Minispiele muss man loben, da diese richtig abwechslungsreich sind. Wenn man an der Reihe ist, kann man durch die Wahl der Route

auch seine Mitspieler ärgern. Denn nur der aktive Spieler sammelt die Boni und Mali ein.

Wer lieber wieder in alten Zeiten spielen will, der wird sich über die amiibo Party freuen. In diesem Modus spielt man auf kreisförmigen Spielbrettern und

jeder Spieler rennt alleine für sich herum. Es gilt wieder Münzen zu sammeln mit denen man dann Sterne kaufen kann. Witzig ist, dass die eingesetzten

amiibo-Figuren die Themen der Spielbretter verändern. Ebenso kann man Marken gewinnen, die der eigenen Spielfigur Vorteile bringen und auch an den amiibo

gebunden werden können. Blöd ist, dass man dafür jedoch alle anderen Daten, wie zum Beispiel von Super Smash Bros., am amiibo löschen muss. Zehn Runden wird

gespielt, dann wird abgerechnet. Schade ist, dass nur neun unterschiedliche amiibos erkannt werden und richtig nervig ist, dass jeder Spieler in seinem Zug

den amiibo auf den Sensor des WiiU Gamepads stellen muss. Gerade bei vier Spielern ist das durchaus eine Kunst.

Der nächste neue Spielmodus ist die Bowser Party, wo ein Spieler in die Rolle von Bowser schlüpft und versucht die von ihm im Fahrzeug wegfahrenden

Spielfiguren einzuholen und sie so herauszufordern um ihnen so Lebenspunkte zu stehlen. Hier hat man jedoch nicht ewig Zeit, das Spielbrett hat nur eine

beschränkte Anzahl an Feldern. Kommen die Spielfiguren zur Ziellinie, hat Bowser noch eine letzte Chance, denn er darf den Superstern noch einmal unter den

drei Charakteren verstecken. Nur wenn man die richtige Position errät, gewinnt man, ansonsten werden die Figuren wieder einige Felder zurückgesetzt. Wer in

die Rolle von Bowser schlüpft, spielt mit dem WiiU Gamepad und hat auch in den Minispielen ein paar Zusatzfähigkeiten, die man auch geschickt nützen sollte,

da generell die drei Spielfiguren schon leicht im Vorteil sind.

Grafik

Mario Party 10 kommt mit der typischen Nintendo-Grafik, wie man sie aus den vielen anderen aktuellen Spielen schon kennt. Es ist quisch-bunt und wird allen

Fans gefallen. Auch die Spielbretter wissen vom Aufbau her wirklich zu gefallen, hier wurde viel Liebe reingesteckt. Schade ist, dass so manche Animation

jedoch leicht unrund wirkt und der eine oder andere Ruckler auch zu finden war.

Sound

Die musikalische Untermalung wurde eigentlich sehr stimmungsvoll gewählt und passt auch zum Spiel. Leider fehlt ihr auf Dauer ein wenig die Abwechslung, weshalb die Hintergrundmusik doch recht schnell zu nerven beginnt. Was uns besonders gut gefallen hat, sind jedoch die Sprachsamples der eingebauten Charaktere. Hier hätten wir uns auf

jeden Fall noch mehr gewünscht, da diese wirklich gut sind.

Multiplayer

Mario Party 10 ist natürlich ein klassisches Multiplayer-Spiel, wo bis zu vier Spieler zusammen spielen können. Schade ist es, dass es absolut keine Online-

Unterstützung gibt, was im Jahre 2015 fast unverständlich ist. Umso mehr Spass macht es natürlich das Spiel zu Hause mit vier Freunden zu spielen. Teilweise

ist es dennoch etwas mühsam gehalten, wie bei der amiibo Party, wo man in jedem Zug seine Figur an den Sensor halten muss. Benutzerfreundlichkeit schaut

leider etwas anders aus.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Leider schafft es Mario Party 10 nicht das Ruder rumzureißen und mehr Spass an den Tag zu legen als sein Vorgänger. Die Minispiele machen zwar fast alle

Spass, die Langzeitmotivation lässt aber dann doch zu wünschen übrig. Hierfür fehlt es leider ein wenig an Innovationskraft, denn die Möglichkeiten der WiiU,

die man zum Beispiel dank dem WiiU Gamepad hätte, werden nicht ausgenützt. Die amiibo-Funktion war eine nette Idee, ist letzten Endes jedoch viel zu mühsam.

Leider schafft es Mario Party 10 nicht so wirklich Spielspass für längere Zeit zu sichern, oft ist der Glücksfaktor auch einfach viel zu groß. Auch ein

Online-Modus hätte dem Spiel hier gut getan, diesen sucht man jedoch vergeblich. Der größte Unterschied zum Vorgänger liegt deswegen im grafischen Bereich,

der große Umschwung ist Nintendo mit dem Titel leider nicht gelungen. Man kann nur hoffen, dass sich Nintendo für Teil 11 Mario Kart und Co. als Vorbild

nimmt, wo die Wiederbelebung und Neuerfindung perfekt funktioniert hat.
Grafik
8/10
Sound
7/10
Multiplayer
8/10
Gameplay
7/10
Spielspaß
6/10