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Review: Total War: Attila

von Andreas · ca. 4 Min. Lesezeit
Total War: Attila

Wer gerne Strategiespiele meistert, für den wird die Total War-Reihe nicht unbekannt sein. Umso erfreulicher ist es für Genre-Fans, dass nun mit Total War: Attila ein neuer Teil erhältlich ist. der uns erstmals in die Zeit der Völkerwanderung führt. Wir dürfen nämlich dieses Mal im Jahre 395 nach Christus einsteigen, eine Zeit, wo das Römische Reich schon zu Zerfallen begonnen hatte und Europa neu aufgeteilt wurde. Ein spannendes Zeitalter, das uns Creative Assembly vorlegt. Ob es auch Spass macht, haben wir für euch herausgefunden.

Der spielerische Vorgänger von Total War: Attila war Rome 2 und obwohl es durchaus gute Wertungen bekam, gab es doch auch jede Menge

Kritik, da die KI Fehler hatte und einige beliebte Funktionen gestrichen wurden. Die Entwickler haben sich die Kritik zu Herzen

genommen um den Spielern wieder mehr Tiefe mit hohem Schwierigkeitsgrad zu schenken, aber dennoch das Spiel für Neueinsteiger nicht

unschaffbar zu machen. Dies sieht man auch gleich zu Beginn des Spieles, wo man vor der Kampagne eine Einführung ins Spiel bekommt

und dabei die vollständige Steuerung samt aller Möglichkeiten erklärt bekommt. Für Serienveteranen eine schneller Weg sich wieder an

alles zu erinnern, für Neu-Einsteiger ein gutes Tutorial um einen Überblick über die unterschiedlichen Untermenüs zu bekommen. Das

Spiel besteht weiterhin aus einem rundenbasierten und einem in Echtzeit ablaufenden Spielteil. Auf der Weltkarte habt ihr die globale

Kontrolle über eure Fraktion und plant in einzelnen Runden abwechselnd mit euren Feinden eure nächsten Schritte. Kommt es hingegen zu

Kämpfen, landet ihr in der Schlachtansicht, die in Echtzeit abläuft. Hier befehligt ihr eure einzelnen Truppen und gebt ihnen

Befehle, die je nach Stärke eures Generals besser oder schlechter ausgeführt werden.

395 war in Europa einiges los. Das römische Reich war gespalten und zerfiel immer weiter. Goten, Sachsen und Franken zogen umher und

vergrößerten ihren Machteinfluss und dann gab es noch die Hunnen mit ihrem König Attila, ein Reitervolk, das plündernd durch Europa

zog. Insgesamt stehen zehn spielbare Fraktionen zur Verfügung, wobei jede ihre eigenen Stärken und Schwächen hat und auch andere

Startvorraussetzungen. Am interessantesten sind hier sicher die Hunnen, da sie keine fixen Städte haben, sondern nur wieder abbaubare

Zeltlager errichten. Diese lassen sich natürlich auch verbessern und werden bei jedem Abbau mitgenommen. Bereits gestartete Bauten

gelten dann auch als pausiert. Es macht richtig Spass als plündernde Horde durchs Land zu ziehen und Angst und Schrecken zu

verbreiten.

Wie schon erwähnt, hat sich das Entwicklerteam die Kritik zu Herzen genommen und ein paar gestrichene Funktionen wieder eingeführt.

So gibt es zum Beispiel wieder den Statthalter für eure Provinzen, der euch die Aufsicht übernimmt und für Recht und Ordnung sorgt. Eine

andere Möglichkeit ist es den Weg der verbrannten Erde zu gehen und seine eigenen Städte zu zerstören, falls man nicht will, dass sie

in feindliche Hände gelangt. Wichtig in Total War: Attila ist jedoch auch der dynamische

Jahreszeitenwechsel, der auch einen Einfluss auf das Spiel nimmt, denn gerade der Winter ist ein erbitterter Feind aller Truppen, der

zum puren Überlebenskampf führt.

Langweilig wird einem in Total War: Attila nie, denn das Spiel ist wie seine Vorgänger wieder sehr fordernd geworden. So halten euch

nicht nur die Gegner auf Trab, sondern auch die vielen zusätzlichen Überraschungen, die das Spiel mit sich bringt, seien es

innerfamiliäre Intrigen oder wirtschaftliche Probleme, die ihr zu lösen habt. Ebenso müsst ihr immer ein Auge auf euer Volk haben,

das bei Unzufriedenheit zu meutern droht. So gilt es ein gutes Gleichgewicht zwischen Staatseinnahmen und Armut eurer Bürger zu finden, was nicht immer leicht ist.

Grafik

Total War: Attila folgt den Vorgängern in der grafischen Umsetzung nach und kann vor allem durch seine Detailvielfalt und Genauigkeit

überzeugen. Am Schlachtfeld ist deshalb alles bis ins kleinste Detail sichtbar. Vor allem die vielen Effekte, wie zum Beispiel brennende Wälder oder Städte, wissen zu gefallen. Auch die Übersichtskarte kann überzeugen, auch wenn diese in Verbindung mit den Menüs um

einiges langweiliger wirkt. Es gibt zwar nur wenige Videos im Spiel, diese sind jedoch schön umgesetzt.

Sound

Der Sound wurde gewohnt stark umgesetzt und kann vor allem mit seiner extrem guten Hintergrundmusik überzeugen. Die umfangreichen und realistischen Soundeffekte sind deutlich unterscheidbar und haben je nach Entfernung zum Geschehen auch unterschiedliche Lautstärken. Schade ist jedoch,

dass dieses Mal die Synchronsprecher nicht so ganz überzeugen können. Zwar kann man sich nicht bei der Übersetzung beschweren, doch

irgendwie bringen die unterschiedlichen Stimmen nicht wirklich Stimmung, hier wäre durchaus mehr möglich gewesen.

Multiplayer

Wer ungern alleine spielt, wird sich vor allem über den Coop-Modus freuen, wo ihr zu zweit die Herrschaft über Europa erlangen könnt.

Ihr könnt dabei frei wählen, ob ihr dauerhaft verbündet sein wollt oder doch nur zwei Fraktionen spielen wollt. Zu Beginn des Spieles

müsst ihr dabei die Rundenzeiten festlegen, die sich dann nicht mehr ändern lassen. Was Anfangs nach viel klingt, wird im Laufe des

Spieles, wenn man immer mehr Sachen gleichzeitig machen muss, natürlich irgendwann zu wenig. Schade ist auch, dass man in der Zeit,

wo der andere Spieler dran ist, selbst nichts machen kann. Im Kampf selbst könnt ihr euren Mitspieler zum Mitkämpfer machen und so zu

zweit die Befehle an die Truppen weitergeben, was in manchen Situationen sogar einen richtigen Vorteil bringt.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Strategie-Fans werden an Total War: Attila nicht vorbeikommen, verspricht das Spiel doch stundenlangen Spielspass und jede Menge

Herausforderungen. Dank der vielen unterschiedlich, spielbaren Fraktionen ist auch für genügend Abwechslung gesorgt und als Spieler muss man je nach

Fraktion auch die unterschiedlichsten Taktiken ausprobieren, wenn man Erfolg haben will.
Das neue Setting der Völkerwanderung gibt dem Spiel auch ein

erfrischend neues Spielerlebnis. Ich begebe mich nun wieder ins Spiel und werde trotz des

hohen Schwierigkeitsgrades weiterhin versuchen Europa zu erobern.
Grafik
8/10
Sound
7/10
Multiplayer
7/10
Gameplay
8/10
Spielspaß
8/10