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Review: This War Of Mine

von Andreas · ca. 4 Min. Lesezeit
This War Of Mine

Mittlerweile sind Kriegsspiele, in denen man in die Rolle von Soldaten schlüpfen muss, nicht mehr zählbar. Der polnische Entwickler

11 bit studios wollte sich nicht in die Reihe dieser Spieler einreihen und lässt uns jetzt den Krieg von einer anderen Seite erleben.

Dafür stecken uns die Polen in die Rolle von Zivilisten, die in einer belagerten Stadt überleben müssen und fürs Überleben nicht nur

einmal in die moralische Zwickmühle geraten. Mit This War of Mine wurde eine richtig interessante Spielidee umgesetzt, die nicht nur

herausfordernd ist, sondern auch zum Nachdenken anregt. Warum, erzählt unser heutiges Review.

Während wir in den meisten Kriegsspielen überlegen müssen, wo wir neue Waffen und Munition einsammeln können, müssen wir in This War

of Mine unser Hauptaugenmerk auf ganz andere Sachen legen. Das wichtigste Ziel ist nämlich einfach zu Überleben, was einfacher

klingt, als man glaubt. Unsere tägliche Hauptaufgabe ist es nämlich Nahrung, Medikamente und sonstige Gegenstände zum Überleben zu

finden. Aber auch sonst haben eure Spielcharaktere unterschiedliche Bedürfnisse, um die ihr euch kümmern müsst. Nicht nur Hunger und

Müdigkeit ist wichtig bekämpft zu werden, sondern auch Verletzungen und andere Aufgaben müssen von euch kreativ gelöst werden. In den

nächtlichen Streifzügen schickt ihr Personen auf Streifzüge um neue Gegenstände zu sammeln, während andere Personen euer Haus

beschützen müssen und wieder andere schlafen.

Was bisher wie eine einfache Simulation klingt, wird recht bald vom Gegenteil überzeugt werden. Denn obwohl jeder Tag euch vor die

selben Grundaufgaben stellt und sich die Grundbedürfnisse euer Schutzlinge nicht verändern, so müsst ihr doch jeden Tag vorsichtig

agieren und ja nichts vergessen. Denn jeder Fehler von euch wird von der Spielmechanik gnadenlos bestraft, denn Entscheidungen sind

nicht umkehrbar. Ihr müsst jeden Tag überlegen, welche Personen ihr in Gefahr bringt und welche Gegenstände euch wichtig sind. Viele

Entscheidungen dabei sind wirklich schwer und je nach Entscheidung entwickelt sich der Spielverlauf anders weiter. Teilweise sind

emotionale Entscheidungen zwischen Leben und Tod zu fällen. Wollen wir das alte Ehepaar überfallen, nur um selbst wieder was zu essen

zu haben? Wollt ihr weitere Personen, die bei euch an die Tür klopfen, aufnehmen und die knappen Ressourcen mit ihnen teilen oder sie

doch in den ziemlich sicheren Tod wegschicken? Ebenso könnt beziehungsweise müsst ihr andere Orte plündern und teilweise andere

Überlebende in der Stadt überfallen und ihnen alles wegnehmen nur um eure eigenen Spielcharaktere zu retten. Ihr werdet immer wieder

vor extreme moralische Entscheidungen gestellt und euch wird unheimlich real vor Augen geführt, wie brutal Kriege wirklich sind.

Natürlich gibt es die Möglichkeiten auch menschlich zu sein und anderen zu helfen, doch wenn ihr das immer macht, dann kommt ihr

leider nicht weit, denn die Ressourcen im Krieg sind nun einmal beschränkt und reichen nicht für alle aus.

This War of Mine ist eigentlich ein extrem schweres Spiel, vor allem auch, weil es keine Möglichkeit gibt einen alten Speicherpunkt

neu zu laden. Ihr müsst also trotz Zeitdruck gut überlegt handeln, was gerade zu Beginn schwer ist, da es keine wirklichen

Erklärungen gibt. Gerade zu Beginn kann es also durchaus passieren, dass euch wichtige Personen durch falsche Entscheidungen sterben

und dadurch das Ende für die ganze Gruppe besiegelt ist. Aber auch sonst geizt das Spiel mit Informationen, denn man weiß nie, wie

lange eine Wunde zum Heilen braucht oder wie ob ein Spielcharakter bald verhundert ist. Der Titel ist frustrierend und das war auch

das Ziel der Entwickler. Sie wollten kein Spiel herausbringen, das Spass macht, es sollt ein Titel werden, der eine Erfahrung ist und

das ist wirklich gelungen.

Grafik

Bei der optischen Umsetzung hat sich das Team richtig Mühe gegeben und haben dem Spiel einen ganz eigenen Stil geschenkt und wirkt

fast wie ein mit Kohle gemaltes Bild. Dabei wird die düstere, leicht depressive Stimmung des Krieges direkt in unsere Spielzimmer

gebracht. Die meiste Zeit des Spieles verbringen wir jedoch in unserem Unterschlupf, ein mehrstöckiges, zerbombtes Haus das mit viel

Liebe zum Detail designed wurde. Auch unsere Spielcharaktere sind deutlich zu unterscheiden und oftmals bemerkt man auch nach derem

Verhalten welches deren größtes Verlangen gerade ist.

Sound

Wer durch die gezeigten Bilder noch nicht in den Krieg gezogen wurde, der wird dies spätestens mit dem Sound sein. Die melancholische

Hintergrundmusik löst oftmals ein Unbehagen aus und die Soundeffekte, wie Gewehrschüsse in der Umgebung, geben uns ein Gefühl mitten

drinnen zu sein. Das Spiel ist im gesamten eher ruhig, was jedoch auch perfekt zum Geschehen passt. Manchmal ist weniger, mehr.

Fazit

Andreas
Andreas
YouGame Redaktion
Schon nach wenigen Spielminuten weiß man, dass This War of Mine anders als bisher bekannte Survival-Titel ist. Das Spiel ist

unheimlich realistisch und der im Spiel gezeigte Krieg könnte in diesem Moment überall auf der Welt statt finden. Tagtäglich müssen

Menschen weltweit ums nackte Überleben kämpfen und müssen sich Sorgen um Nahrung, Gesundheit und Hoffnungslosigkeit machen. In keinem

anderen Spiel wird einem dies so drastisch vor Augen geführt, wie in This War of Mine, wo wir immer wieder schonungslos vor

moralische Entscheidungen gestellt werden um selbst zu überleben. Zusammengefasst ist es wahrscheinlich das deutlichste Anti-Kriegs-

Spiel seit langer, langer Zeit, dass dennoch aber nie versucht mit dem erhobenen Zeigefinger auf uns zu zeigen. Auf jeden Fall ist

This War of Mine ein Spieltitel, denn man auf keinen Fall verpassen darf und dem wir eine klare Kaufempfehlung geben dürfen.
Grafik
9/10
Sound
8/10
Gameplay
8/10
Spielspaß
9/10