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gamescom 2015 - Messebericht

Messe Köln game von YouGame Redaktion ca. 3 Min. Lesezeit
gamescom 2015 - Messebericht

Die gamescom 2015 endete in Köln mit einem neuen Rekord und zeigte eindrucksvoll, wie stark sich die Messe inzwischen zwischen Branchentreff, Publikumsfestival und Popkulturereignis positioniert hatte. Rund 345.000 Besucher:innen, 33.200 Fachbesucher:innen, mehr als 6.000 Medienvertreter:innen und 806 Unternehmen aus 45 Ländern machten die Ausgabe zu einer der bis dahin größten gamescoms. Wir blicken auf eine Messe zurück, die von großen Blockbustern, langen Schlangen, Virtual Reality, E-Sport, Cosplay und einer immer internationaleren Games-Kultur geprägt war.

Schon die Dimensionen machten deutlich, warum Köln in dieser Augustwoche zum Zentrum der Spielewelt wurde. Die gamescom war dieses Jahr nicht nur ein Ort für neue Trailer und Anspielstationen, sondern ein Treffpunkt für nahezu alle Bereiche der Branche. Publisher, Entwickler:innen, Hardwarehersteller, Medien, Fachpublikum und Fans bewegten sich durch dieselben Hallen, auch wenn ihre Perspektiven auf die Messe sehr unterschiedlich waren. Während im Businessbereich Gespräche, Präsentationen und Termine dominierten, standen in den Publikumshallen vor allem neue Spielerfahrungen und das gemeinsame Messegefühl im Vordergrund.

Das offizielle Leitthema Next Level of Entertainment passte gut zu einer Ausgabe, in der Virtual Reality deutlich sichtbarer wurde. Sony zeigte Project Morpheus, Oculus war mit Rift präsent und HTC machte mit Vive auf sich aufmerksam. Damit rückte ein Thema in den Mittelpunkt, das kurz zuvor noch stark nach Zukunftsversprechen klang, auf der gamescom aber zunehmend greifbar wurde. Für viele Besucher:innen war es der erste Moment, in denen VR nicht nur als Schlagwort, sondern als konkrete Spiel- und Hardwareerfahrung auf einer großen Publikumsmesse auftauchte.

Gleichzeitig blieb die gamescom ihrem klassischen Kern treu. In den Hallen standen die großen Herbst- und Weihnachtstitel im Mittelpunkt. Zu den Spielen, über die besonders viel gesprochen wurde, gehörten unter anderem Star Wars: Battlefront, Fallout 4, Mafia III, Uncharted 4: A Thief’s End, Halo 5: Guardians, Rise of the Tomb Raider, Horizon Zero Dawn und Assassin’s Creed: Syndicate. Viele dieser Titel standen für genau jene Mischung aus großen Marken, technischer Inszenierung und Fan-Erwartung, die die gamescom seit Jahren prägt.

Besonders Electronic Arts nutzte die Messe, um mehrere große Projekte sichtbar zu machen. Star Wars: Battlefront war einer der auffälligsten Titel der Veranstaltung, aber auch Mirror’s Edge Catalyst, Unravel, Need for Speed und Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 gehörten zu jenen Spielen, die in Köln Aufmerksamkeit bekamen. Gerade diese Bandbreite zeigte, wie unterschiedlich die großen Publisher ihr Publikum ansprachen. Die Messe war nicht nur Bühne für die großen Namen. Auch kleinere Produktionen und Indie-Projekte bekamen 2015 mehr Sichtbarkeit. Die Indie Arena Booth wuchs weiter und bot einen wichtigen Gegenpol zu den riesigen Ständen der großen Publisher. Zwischen lauten Bühnenshows und kilometerlangen Warteschlangen wirkten die kleineren Spiele oft wie konzentrierte Ruhepunkte. Sie erinnerten daran, dass Innovation nicht zwingend aus den größten Budgets entsteht, sondern häufig aus klaren Ideen, ungewöhnlichen Perspektiven und mutigem Design.

Ein weiterer Fixpunkt war E-Sport. Turniere, Bühnenprogramme und Livestreams zeigten, wie selbstverständlich kompetitives Spielen inzwischen zur gamescom gehörte. Games wurden nicht nur ausprobiert, sondern auch als Zuschauerevent erlebt. Für viele Besucher:innen waren die großen Bühnen und Matches mindestens so spannend wie die Anspielstationen. Damit wurde sichtbar, wie stark sich die Rolle von Spielen verändert hatte. Sie waren Produkt, Sport, Community-Erlebnis und Medienereignis zugleich.

Auch Cosplay prägte das Bild der Messe. In den Gängen, auf Freiflächen und vor den Ständen trafen Figuren aus Games, Comics, Anime, Filmen und Serien aufeinander. Die vielen Kostüme machten deutlich, dass die gamescom längst mehr ist als eine reine Spielemesse. Sie ist ein Ort, an dem Fans ihre Zugehörigkeit sichtbar ausdrücken, fotografiert werden, miteinander ins Gespräch kommen und die Messe selbst mitgestalten. Die Community war nicht nur Publikum, sondern Teil der Inszenierung. Darin zeigt sich die ganze Breite der Veranstaltung. Man sieht große Stände, volle Hallen, Bühnen, technische Präsentationen, Cosplayer:innen, neugierige Besucher:innen und immer wieder diese typische Mischung aus Überforderung und Begeisterung, die eine Messe dieser Größe ausmacht. Die gamescom 2015 war laut, dicht, international und für viele sicher auch anstrengend. Aber genau darin lag ihre Energie.

Fotocredits: Koelnmesse / Jörg Taborsky

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