Am 10. September 2012 lud Sony PlayStation nach München, um einen genaueren Blick auf gleich mehrere LittleBigPlanet-Projekte zu ermöglichen. Im Mittelpunkt standen LittleBigPlanet für die PlayStation Vita, LittleBigPlanet Karting für die PlayStation 3 und die Cross-Play-Funktionen zwischen Konsole und Handheld. Für uns ging es dafür schon sehr früh los, doch der Tag zeigte schnell, warum sich solche kurzen Pressereisen trotz Müdigkeit lohnen können.
Wer regelmäßig zu Medienterminen reist, kennt das Problem. An die Termine selbst gewöhnt man sich irgendwann, an die Aufstehzeiten eher nicht. Der Wecker klingelte an diesem Montag um vier Uhr früh. Schnell anziehen, Tasche packen, die PlayStation Vita für den Flug nicht vergessen und per Carsharing zum Flughafen. Kurz nach fünf Uhr traf ich in Wien-Schwechat auf die übrigen Redakteur:innen, die ebenfalls nach München eingeladen waren. Wirklich wach war zu diesem Zeitpunkt noch niemand.
Nach dem Check-in führte der erste Weg entsprechend zielstrebig zu Starbucks, um die Müdigkeit mit Koffein zu bekämpfen. Viel Zeit zum Durchatmen blieb trotzdem nicht. Wenig später saßen wir im Flugzeug, und nach einer kurzen Flugstunde landete die Gruppe in München. Dort warteten bereits Taxis, die uns zur Location brachten. Ziel war das Arts ’n’ Boards, ein Lokal, das mit seiner Mischung aus Gastronomie, Kunst und Boardsport-Atmosphäre sofort auffiel. Eine solche Location würde auch Wien gut stehen.
Vor dem Eingang wurden wir von Sackboy und dem deutschen PlayStation-Team begrüßt. Im Inneren wartete ein großes Frühstücksbuffet, das nach dem frühen Start mehr als willkommen war. Wirklich ablenken konnte uns das Essen aber nicht lange, denn im Raum standen bereits die Konsolen und Handhelds bereit. Entsprechend schnell führte der Weg zu den Stationen, an denen LittleBigPlanet für die PS Vita und LittleBigPlanet Karting ausprobiert werden konnten.
LittleBigPlanet für die PS Vita zeigte dabei sehr gut, warum die Reihe auf Sonys Handheld Sinn ergibt. Das bekannte Bastel-, Hüpf- und Kreativprinzip passt hervorragend zu einem Gerät, das Touchscreen, Rückseiten-Touchpad, Bewegungssensoren und klassische Tasten kombiniert. Die Vita-Version wirkte nicht wie ein verkleinerter Ableger, sondern wie ein LittleBigPlanet, das die Möglichkeiten des Handhelds tatsächlich nutzt. Gerade das direkte Manipulieren von Objekten auf dem Bildschirm fügte sich natürlich in das ohnehin spielerische Konzept der Reihe ein.
LittleBigPlanet Karting verfolgte dagegen einen anderen Ansatz. Statt klassischem Plattformspiel stand hier ein Kart-Racer im Mittelpunkt, der trotzdem den typischen Charme und die Kreativwerkzeuge der Serie bewahren sollte. Auf den ersten Blick wirkte die Idee naheliegend. Sackboy, selbst gebaute Strecken, verspielte Waffen und die Möglichkeit, Inhalte mit anderen zu teilen, passen grundsätzlich gut zusammen. Gleichzeitig musste sich der Titel natürlich an etablierten Fun-Racern messen lassen, bei denen Fahrgefühl, Streckendesign und Mehrspielermodus sofort überzeugen müssen.

Nach dem ersten Anspielen wurden die Stationen kurzzeitig zur Nebensache, denn die Entwickler stellten ihre Projekte in Präsentationen genauer vor. Besonders spannend war dabei der Blick hinter die Kulissen. Die LittleBigPlanet-Reihe lebt seit jeher nicht nur von fertigen Levels, sondern von der Idee, Spielerinnen und Spieler selbst bauen, teilen und experimentieren zu lassen. Gerade deshalb war interessant zu sehen, wie viel Arbeit in der Frage steckt, Kreativität zugänglich zu machen, ohne Einsteiger:innen mit zu vielen Werkzeugen zu überfordern.
Im Anschluss standen Dave Mervik, Narrative Designer bei Tarsier, und Mattias Nygren, Executive Producer, für Fragen zur Vita-Version zur Verfügung. Auch Jim Timms, Producer bei United Front Games, nahm sich Zeit, um über LittleBigPlanet Karting zu sprechen. Solche Gespräche sind oft der eigentliche Mehrwert eines Medientermins. Man sieht nicht nur ein Spiel, sondern bekommt ein Gefühl dafür, welche Überlegungen hinter einzelnen Entscheidungen stehen und wo Entwickler:innen die Stärken ihrer Projekte sehen.
Nach den Präsentationen blieb noch einmal Zeit, selbst an die Geräte zurückzukehren. Die Vita-Version hinterließ dabei den rundesten Eindruck. Sie schien das LittleBigPlanet-Gefühl sehr gut auf den Handheld zu übertragen und gleichzeitig neue Bedienideen einzubauen, ohne die Reihe zu verfremden. LittleBigPlanet Karting war als Konzept sympathisch und passte optisch wunderbar in die Welt von Sackboy, musste aber stärker beweisen, dass es über den Markenbonus hinaus auch als Rennspiel langfristig trägt.
Bevor es zurück zum Flughafen ging, blieb der Eindruck eines kurzen, aber gut organisierten Medientages. Sony hatte eine passende Location gewählt, die Betreuung war sehr freundlich, und die Mischung aus Präsentationen, Hands-on-Zeit und Interviews funktionierte angenehm. Gerade bei einem Spiel wie LittleBigPlanet, das stark von Atmosphäre und Kreativität lebt, ist ein solcher Rahmen wichtiger, als es auf den ersten Blick scheint.
Ein Abschlussbier am Flughafen später saßen wir wieder im Flugzeug nach Wien. Zu den Klängen von I Am from Austria landeten wir schließlich in Schwechat. Der Tag war lang, der Start viel zu früh, aber der Ausflug hatte sich gelohnt. LittleBigPlanet wirkte auf der PS Vita wie ein sehr natürlicher nächster Schritt für die Reihe, während LittleBigPlanet Karting zumindest zeigte, dass Sackboy auch abseits klassischer Jump-and-Run-Strukturen genügend Charme besitzt.
Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Reise zum LittleBigPlanet Media Day nach München erfolgte auf Einladung von Sony PlayStation. Die Flugkosten wurden von Sony PlayStation übernommen. Die Organisation und Betreuung vor Ort erfolgten ebenfalls durch Sony PlayStation.
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