Am 2-in-1-Markt führt derzeit kaum ein Weg am Surface Pro 6 von Microsoft vorbei. Es gilt für viele als gelungene Mischung aus Design, Mobilität und Technik. Mit dem dynabook Portégé X30T-E-109 versucht nun dynabook, früher Toshiba, genau diese Vormachtstellung anzugreifen. Ob dieser Angriff gelungen ist, haben wir in den vergangenen Wochen getestet.
Technisch gab es bei Toshiba- und später dynabook-Geräten in den vergangenen Jahren selten viel zu kritisieren. Optisch waren die Modelle jedoch nicht immer eine Augenweide. Viele Geräte wirkten recht klobig, zudem störten häufig breite Bildschirmränder. Beim Portégé X30T-E-109 merkt man, dass dynabook diese Kritik ernst genommen hat. Das Gerät wirkt deutlich moderner, schlanker und hochwertiger als frühere Modelle.
Das Gehäuse besteht aus Magnesium, wodurch es leicht und gleichzeitig robust ist. Das Gewicht variiert je nach Nutzung: Das Tablet allein bringt rund 800 Gramm auf die Waage, mit Hardcover-Tastatur sind es etwa 1,4 Kilogramm. Besonders praktisch ist, dass dynabook verschiedene Tastaturvarianten anbietet. Neben der Hardcover-Tastatur mit zusätzlichen Anschlüssen, darunter VGA, HDMI, Gigabit-LAN, USB 3.1 Typ-C und zwei USB-3.1-Typ-A-Ports sowie zusätzlichem Akku, kann auch eine leichtere Softcover-Tastatur erworben werden. Diese kostet laut UVP 169 Euro. Die Tastaturen lassen sich einfach austauschen und so an den jeweiligen Einsatzort anpassen. Unterwegs hat sich im Test vor allem die Softcover-Version bewährt, im Büro überzeugte dagegen die stabilere und besser ausgestattete Hardcover-Tastatur.
Das Tablet-Modul ist wartungsfreundlich verschraubt und nicht verklebt. Die Schrauben verstecken sich hinter dem Kickstand und fallen im Alltag nicht auf. Optisch gefällt uns die Softcover-Tastatur allerdings besser, da sie ein geschlossenes Design ohne sichtbare Löcher oder Öffnungen bietet. Die Hardcover-Tastatur wirkt funktionaler, zeigt aber ganze 13 sichtbare Schrauben – mehr als so mancher Laptop.
Schreiben lässt sich auf beiden Tastaturen sehr gut. Die Druckpunkte sind angenehm gesetzt, und dank Hintergrundbeleuchtung kann man auch bei wenig Umgebungslicht zuverlässig arbeiten. Aufgrund des Gewichts des Tablets besitzt das Gerät einen stufenlos verstellbaren Kickstand, der einen sicheren Stand ermöglicht.
Bei der Hardware setzt dynabook auf hochwertige Komponenten. Im Inneren arbeitet ein Intel Core i7-8550U mit integrierter Intel UHD Graphics 620. Mit der Leistung einer dedizierten Grafikkarte kann der Grafikchip natürlich nicht mithalten. Für klassische Büroprogramme, Multitasking, Medienwiedergabe und Anwendungen mit durchschnittlichen grafischen Anforderungen reicht die Leistung aber problemlos aus. Auch ältere PC-Spiele sind möglich, für moderne Videospiele ist das Gerät jedoch nicht gedacht.
Dazu kommen 16 GB RAM und eine 1 TB große SSD, die für schnelle Ladezeiten und ausreichend Speicherplatz sorgt. Ein Speicherkartenleser fehlt leider. Dafür bietet das Portégé X30T-E-109 die Möglichkeit, eine Nano-SIM einzulegen und über das LTE-Modem auch unterwegs online zu arbeiten. Für zusätzliche Sicherheit unterstützt das Gerät Windows Hello mit Fingerabdruckscanner und Infrarotkamera.
Der Bildschirm misst 13,3 Zoll, löst mit 1920 x 1080 Pixeln auf und besitzt eine matte, entspiegelte Oberfläche. Das macht das Arbeiten bei hellem Umgebungslicht deutlich angenehmer und schützt vor störenden Reflexionen. Zu den hellsten Displays am Markt zählt der Bildschirm allerdings nicht. Direkte Sonneneinstrahlung sollte man daher weiterhin meiden. Im Schatten lässt sich aber auch im Sommer gut draußen arbeiten. Der Ton aus den Lautsprechern klingt bei Videos etwas blechern, Stimmen bei Telefonaten oder Videokonferenzen werden jedoch klar wiedergegeben.
Ein aktiver Eingabestift für den Touchscreen kann separat zu einem UVP von 129 Euro gekauft werden. Dieser ist tatsächlich eine sinnvolle Ergänzung. Der auf Wacom AES Pen Technology basierende Stift kommt zwar nicht ganz an den Surface Pen heran, überzeugt im Alltag aber dennoch. Er bietet 4096 Druckstufen und unterstützt auch eine schräge Haltung, wodurch etwa Schattierungen möglich sind. Beim Schreiben fühlt sich die Oberfläche fast so an, als würde man mit einem Filzstift auf Papier arbeiten. Andere Wacom-Stifte lassen sich ebenfalls problemlos mit dem Display nutzen.
Im normalen Betrieb bleibt das Portégé X30T-E-109 angenehm leise. Unter Volllast wird der Lüfter jedoch deutlich hörbar und kann in einer sehr ruhigen Umgebung störend auffallen. In einer typischen Büroumgebung geht das Geräusch eher unter. Positiv ist, dass das Gerät auch bei stärkerer Belastung nicht unangenehm heiß wird und weiterhin problemlos in der Hand gehalten werden kann.
Die Akkulaufzeit erreicht im Alltag nicht ganz die von dynabook angegebenen 15 Stunden. Zwischen neun und zehn Stunden waren im Test aber regelmäßig möglich. Damit kommt man gut durch einen Arbeitstag. Dank Schnellladetechnologie reicht zudem bereits eine halbe Stunde Ladezeit aus, um wieder mehrere Stunden arbeiten zu können.
Fazit
Ganz ohne Schwächen ist es aber nicht: Die sichtbaren Schrauben der Hardcover-Tastatur, der breite Displayrand, der hörbare Lüfter unter Last und die begrenzte Grafikleistung trüben den Eindruck etwas. Für Gamer und farbkritische Kreativarbeit ist das Gerät daher weniger geeignet.
Wer jedoch ein hochwertiges, flexibles Arbeitsgerät sucht, das Tablet und Laptop sinnvoll verbindet, bekommt mit dem Portégé X30T-E-109 ein überzeugendes Gesamtpaket.












