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Kino-Kritik: Freakier Friday

· ca. 3 Min. Lesezeit · Kino · Walt Disney Studios Motion Pictures · Andreas Zommer
Filmbild: Freakier Friday

22 Jahre nach dem Kult-Hit ist es tatsächlich so weit: Freakier Friday bringt Lindsay Lohan und Jamie Lee Curtis zurück auf die Leinwand. Und weil eine einfache Wiederholung nach mehr als zwei Jahrzehnten wohl zu naheliegend gewesen wäre, wird diesmal gleich doppelt getauscht. Die Fortsetzung setzt auf turbulente Verwechslungen, Slapstick, viel Tempo und eine ordentliche Portion Nostalgie, verlässt sich aber nicht nur auf die Erinnerung an 2003. Genau das tut dem Film gut.

Die Figuren haben sich weiterentwickelt. Tess ist inzwischen pensionierte Psychologin und als Podcast-Stimme erfolgreich, während Anna zwischen Musikmanagement und der Erziehung ihrer Teenager-Tochter Harper jongliert. Als sie sich in den verwitweten Koch Eric verliebt, gerät das ohnehin fragile Familiengefüge ins Wanken. Vor allem, weil Erics Tochter Lily und Harper einander nicht ausstehen können. Die Aussicht auf eine neue Patchwork-Familie sorgt also schon genug für Konfliktstoff, bevor eine Wahrsagerin für ein Déjà-vu der besonderen Art sorgt: Nicht nur Anna und Harper, auch Tess und Lily landen plötzlich im Körper der jeweils anderen.

Aus diesem doppelten Körpertausch entwickelt Regisseurin Nisha Ganatra ein turbulentes Komödien-Karussell, das seine absurde Grundidee mit sichtbarer Spielfreude auskostet. Essensschlachten, missratene Umstylings, peinliche Schulszenen und chaotische Konzertmomente liefern genau jene Mischung aus Slapstick und Familienkomödie, die man von diesem Stoff erwartet. Die Pointen sitzen nicht immer perfekt, aber oft genug im richtigen Takt. Besonders dann, wenn Jamie Lee Curtis mit überdrehtem Pseudo-Brit-Akzent eine Teenagerin im Körper einer älteren Frau spielt, springt der Funke schnell über. Lindsay Lohan wiederum wirkt, als hätte sie echte Freude daran, diese Rolle mit einem Augenzwinkern wieder aufzunehmen.

Das Wiedersehen mit den Originalstars funktioniert auch deshalb so gut, weil der Film Tess und Anna nicht einfach in ihre alten Muster zurückdrängt. Freakier Friday erlaubt seinen Figuren, älter geworden zu sein, ohne ihnen Energie oder Komik zu nehmen. Gerade Curtis spielt das mit großer Lust an der Übertreibung, während Lohan den etwas ruhigeren Gegenpol bildet und Anna glaubhaft zwischen Mutterrolle, Karriere und neuer Liebe verortet. Die Chemie der beiden bleibt der stärkste Anker des Films, auch wenn diesmal mehr Figuren im Zentrum stehen.

Allerdings wiederholt Freakier Friday viele Elemente des Vorgängers. Der Humor speist sich oft aus bekannten Mustern, von Jugendlichen in Erwachsenen-Körpern über peinliche öffentliche Auftritte bis hin zum unvermeidlichen Umstyling. Das ist charmant, aber nicht besonders überraschend. Vor allem Harper und Lily geraten erzählerisch manchmal ins Hintertreffen. Ihr Konflikt bildet eigentlich den emotionalen Kern der neuen Patchwork-Dynamik, wird aber nicht immer so tief ausgespielt, wie es möglich gewesen wäre. Stattdessen setzt das Drehbuch an manchen Stellen stärker auf Cameos, kleine Nostalgie-Momente und musikalische Einlagen.

Trotzdem gelingt dem Film das Kunststück, gleichzeitig wie ein Relikt der Nullerjahre und wie ein moderner Familienfilm zu wirken. Retro-Pop-Referenzen, knallige Farben und vertraute Motive erzeugen ein wohliges Déjà-vu, während Annas Job als Musikmanagerin, die Patchwork-Konstellation und die Konflikte der jüngeren Generation neue Reibungsflächen schaffen. Ganatra inszeniert das alles mit Tempo und einer klaren Vorliebe für Slapstick, ohne den Film zynisch oder abgeklärt wirken zu lassen. Freakier Friday will kein cleverer Kommentar auf alte Disney-Komödien sein, sondern eine warmherzige Fortsetzung, die ihr Publikum wieder zum Lachen bringen möchte.

Fazit

Andreas Zommer
Andreas Zommer
YouGame Redaktion
Freakier Friday ist kein revolutionäres Sequel, aber eine charmante und erstaunlich lebendige Rückkehr. Die Geschichte bleibt brav, manche Gags sind vertraut, und die jüngeren Figuren hätten mehr Tiefe vertragen können. Dafür tragen Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan den Film mit spürbarer Spielfreude, viel Timing und jener Chemie, die schon den Vorgänger so sympathisch gemacht hat.

Wer mit Freaky Friday aufgewachsen ist, bekommt hier ein nostalgisches Wiedersehen mit genug neuen Ideen, um nicht wie eine reine Kopie zu wirken. Freakier Friday ist bunt, turbulent und herzlich. Kein großer Wurf, aber ein sympathischer Familienfilm, der genau weiß, warum man diese Figuren noch einmal sehen wollte.

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