Lange war unklar, wann der dritte Teil der beliebten Comedy-Reihe tatsächlich ins Kino kommen würde. Nun ist Meine Frau, unsere Kinder und ich erschienen und bringt die Familie Focker erneut auf die Leinwand. Ganz reibungslos verlief der Weg dorthin allerdings nicht. Jay Roach, der Regisseur der ersten beiden Teile, wollte diesmal nur noch als Produzent beteiligt sein, und auch Dustin Hoffman stand zunächst nicht sicher für eine Rückkehr zur Verfügung. Am Ende konnte Hoffman doch noch gewonnen werden, während Paul Weitz die Regie übernahm. Damit war der Weg frei für ein weiteres Kapitel rund um Gaylord Focker, Jack Byrnes und den ewigen Kampf um Vertrauen, Kontrolle und familiäre Peinlichkeiten.
Gaylord Focker hat es nach vielen Hindernissen geschafft, seinen Platz in der Familie zu finden. Jack Byrnes hat ihn zwar nie völlig entspannt akzeptiert, doch immerhin scheint Greg nicht mehr der komplette Außenseiter zu sein, der bei jeder Gelegenheit misstrauisch beäugt wird. Seit der Hochzeit hat sich einiges verändert. Greg ist zum Abteilungsleiter in der Pflege aufgestiegen, seine Frau Pam hat Zwillinge bekommen, und das Ehepaar steckt mitten im anstrengenden Alltag zwischen Beruf, Kindern und familiären Erwartungen.
Doch Ruhe ist in dieser Familie natürlich nie von Dauer. Jack leidet an Herzproblemen und beginnt, über die Zukunft des Byrnes-Clans nachzudenken. Er fürchtet, dass die Familie ohne klare Führung auseinanderfallen könnte, und sucht deshalb einen möglichen Nachfolger für seine Rolle als Patriarch. Zur eigenen Überraschung fällt seine Wahl auf Greg. Der soll nun beweisen, dass er Verantwortung übernehmen kann und würdig ist, das Familienoberhaupt der nächsten Generation zu werden.
Ausgerechnet in dieser Phase taucht die attraktive Pharmavertreterin Andi Garcia in Gregs Leben auf. Sie bewirbt ein Potenzmittel, sucht Gregs Unterstützung und scheint dabei auch persönlich ein Auge auf ihn geworfen zu haben. Für Jack ist das natürlich der perfekte Anlass, alte Verdächtigungen wieder aufleben zu lassen. Schon bald steht Greg erneut unter Beobachtung, während Missverständnisse, Lügen, peinliche Situationen und körperliche Slapstick-Einlagen ihren Lauf nehmen.
Auf dem Papier klingt das nach einer durchaus passenden Fortsetzung. Die Reihe lebte schließlich immer vom Misstrauen zwischen Jack und Greg, von absurden Eskalationen und vom Gefühl, dass Greg sich noch so sehr bemühen kann und trotzdem im nächsten Fettnäpfchen landet. Genau diese Dynamik ist auch diesmal der stärkste Teil des Films. Robert De Niro und Ben Stiller kennen ihre Rollen, ihre gegenseitigen Blicke sitzen, und der Machtkampf zwischen dem kontrollsüchtigen Schwiegervater und dem dauerhaft überforderten Schwiegersohn liefert weiterhin einige gelungene Momente.
Dennoch merkt man Meine Frau, unsere Kinder und ich an, dass die Reihe im dritten Teil nicht mehr ganz so frisch wirkt. Der Einstieg ist holprig, manche Konflikte fühlen sich künstlich konstruiert an, und der Film braucht eine Weile, bis er wirklich in Fahrt kommt. Vor allem der deutsche Titel ist etwas irreführend. Die Kinder stehen zwar nominell im Zentrum, spielen aber in der Handlung eher eine Nebenrolle. Sie sind Auslöser für einige Situationen, werden aber kaum zu eigenständigen Figuren. Besonders schade ist, dass die Zwillinge im Film wenig Charme entwickeln und auch optisch nicht immer glaubwürdig wie gleichaltrige Geschwister wirken.
Auch die Rückkehr von Gregs Eltern fühlt sich nicht ganz organisch an. Dustin Hoffman und Barbra Streisand bringen zwar sofort wieder Energie und Exzentrik in den Film, doch ihre Figuren wirken stärker wie nachträglich eingefügte Fanlieblinge als wie notwendiger Bestandteil der Geschichte. Ähnlich ist es bei Owen Wilson, der als Kevin erneut mit übertriebener Perfektion und spiritueller Verschrobenheit als Gegenbild zu Greg auftritt. Seine Szenen sind teilweise witzig, manchmal aber auch etwas deplatziert.
Jessica Alba bringt als Andi Garcia neue Unruhe in die Handlung, bleibt aber bewusst überzeichnet. Ihre Figur dient vor allem dazu, Jacks Misstrauen zu befeuern und Greg in weitere peinliche Situationen zu treiben. Das funktioniert in einzelnen Szenen, wirkt aber nicht immer wirklich elegant. Der Film setzt stark auf bekannte Mechanismen, ohne ihnen durchgehend neue Energie zu geben. Man erkennt die Muster der Reihe sehr schnell, und nicht jeder Gag besitzt noch die Schärfe der ersten beiden Teile.
Trotzdem hat Meine Frau, unsere Kinder und ich seine unterhaltsamen Momente. Wenn Greg versucht, alles richtig zu machen und dabei genau deshalb alles noch schlimmer wird, erinnert der Film daran, warum die Reihe überhaupt funktioniert hat. Ben Stiller bleibt ein guter Komödiendarsteller für diese Art kontrollierten Kontrollverlusts. Robert De Niro wiederum spielt Jack weiterhin mit jener Mischung aus bedrohlicher Autorität, trockener Komik und völliger Unfähigkeit, einfach einmal loszulassen.
Der Humor ist eine Mischung aus bekannten Running Gags, körperlicher Komik und neuen Eskalationen rund um Familie, Ehe, Erziehung und Älterwerden. Nicht alles sitzt, manches wirkt bemüht, aber der Film liefert genug Lacher, um Fans der Reihe solide zu unterhalten. Vor allem wer die ersten beiden Teile mochte und die Figuren gerne wiedersieht, wird hier leichter über die Schwächen hinwegsehen.
Was dem Film fehlt, ist ein wirklich zwingender neuer Konflikt. In Meine Braut, ihr Vater und ich ging es um Gregs ersten Kampf um Anerkennung. In Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich prallten zwei völlig unterschiedliche Familienwelten aufeinander. Der dritte Teil hat zwar mit Kindern, Verantwortung und Nachfolge neue Themen, nutzt sie aber nicht konsequent genug. Statt die nächste Lebensphase der Figuren wirklich auszuspielen, verlässt sich der Film oft auf bekannte Missverständnisse und überdrehte Einzelszenen.
Fazit
Trotzdem macht das Wiedersehen mit Greg, Jack und der restlichen Familie Spaß. Ben Stiller und Robert De Niro tragen den Film mit ihrer eingespielten Dynamik, und einige Fettnäpfchen sorgen weiterhin für solide Lacher. An die Frische der ersten beiden Teile kommt die Fortsetzung nicht heran, doch wer die Reihe mag, bekommt einen kurzweiligen Kinobesuch mit vertrauten Figuren, absurden Missverständnissen und genug Comedy, um sich gut unterhalten zu fühlen.











