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Kino-Kritik: Kindsköpfe

· ca. 4 Min. Lesezeit · Kino · Sony Pictures · YouGame Redaktion
Filmbild: Kindsköpfe

Lenny, Eric, Kurt, Marcus und Rob waren als Kinder unzertrennlich. Gemeinsam spielten sie Basketball, trieben jede Menge Unsinn und feierten unter der Anleitung ihres Coaches einen Meistertitel, der ihnen bis heute in Erinnerung geblieben ist. Danach ging das Leben weiter, wie es eben weitergeht. Aus Freunden wurden Erwachsene, aus Kindern Familienväter, Ehemänner und Männer mit ganz eigenen Problemen. Dreißig Jahre später bringt sie ausgerechnet der Tod ihres alten Coaches wieder zusammen. Adam Sandler, Kevin James, Chris Rock, David Spade und Rob Schneider versprechen mit Kindsköpfe eine Sommerkomödie über Freundschaft, Familie und die Frage, ob man irgendwann wirklich erwachsen werden muss.

Nach der Beerdigung ihres Coaches beschließen die fünf Freunde, gemeinsam mit ihren Familien ein Wochenende in ihrer alten Heimat zu verbringen. Der Ort weckt Erinnerungen an früher, an einfachere Zeiten, an Basketball, Streiche und jene kindliche Freiheit, die im Erwachsenenleben oft verloren geht. Schon beim Wiedersehen wird klar, dass keiner von ihnen wirklich komplett erwachsen geworden ist. Selbst in der Kirche fällt es ihnen schwer, ernst zu bleiben. Es wird geflüstert, gelacht, gescherzt und gesungen, ganz so, als wären die vergangenen drei Jahrzehnte nur eine kurze Pause gewesen.

Lenny ist inzwischen ein erfolgreicher Hollywood-Agent und lebt mit seiner Familie in großem Wohlstand. Seine Kinder kennen Luxus, Videospiele und Sonderwünsche besser als Natur, See und einfache Freizeit. Eric kämpft mit seinem Gewicht und versucht, den Familienalltag irgendwie zu meistern. Kurt lebt als Hausmann im Schatten seiner erfolgreichen Frau, Marcus ist weiterhin der ewige Junggeselle, und Rob sorgt mit seiner deutlich älteren Ehefrau für einige der schrägeren Momente des Films. Jeder dieser Männer bringt seine eigenen Macken mit, und genau daraus zieht Kindsköpfe den Großteil seines Humors.

Eine große Handlung sollte man dabei nicht erwarten. Nach dem Wiedersehen verläuft sich die Geschichte recht schnell in einzelne Episoden, Familienstreitigkeiten, Missverständnisse und kleine Alltagskatastrophen. Der Film begleitet die Gruppe durch ein Wochenende, das weniger von dramaturgischer Spannung als von Situationskomik lebt. Es gibt alte Rivalen, ein unvermeidliches Basketballspiel und viele Momente, in denen die Freunde ihre frühere Kindheit noch einmal aufleben lassen wollen. Neu ist das alles nicht, aber es passt zum lockeren Ton des Films.

Am besten funktioniert Kindsköpfe, wenn die Komödie aus dem Zusammenspiel der Darsteller entsteht. Adam Sandler, Kevin James, Chris Rock, David Spade und Rob Schneider kennen ihre jeweiligen Rollenbilder sehr genau und spielen sie routiniert aus. Nicht jeder Witz sitzt, manches ist sehr breit und einige Pointen wirken klar nach Schema geschrieben. Trotzdem entsteht immer wieder eine angenehme Gruppendynamik. Man glaubt diesen Figuren, dass sie einmal Freunde waren und trotz aller Unterschiede noch immer Freude daran haben, einander aufzuziehen.

Der Film zeigt auch, wie sehr sich Kindheit und Familienleben verändert haben. Die Kinder der Freunde sitzen lieber vor Bildschirmen, schicken Wünsche per SMS und kennen viele einfache Vergnügungen kaum noch. Die Väter reagieren darauf mit einer Mischung aus Entsetzen und nostalgischem Eifer. Sie wollen ihren Kindern zeigen, wie es früher war, draußen zu spielen, sich schmutzig zu machen, Unsinn zu treiben und nicht jede Minute durchgeplant zu verbringen. Diese Botschaft ist nicht besonders subtil, aber sympathisch.

Gleichzeitig bleibt Kindsköpfe bewusst leicht. Der Film kratzt nur an Themen wie Erziehung, Eheprobleme, beruflicher Erfolg, Altern und Freundschaft. Wirklich vertieft wird davon wenig. Stattdessen setzt Regisseur Dennis Dugan auf eine Reihe von Gags, Slapstickeinlagen und familiären Reibereien. Das ist mal witzig, mal vorhersehbar und gelegentlich etwas abgedroschen. Wer mit Adam-Sandler-Komödien grundsätzlich wenig anfangen kann, wird hier kaum bekehrt werden. Wer den Stil mag, bekommt dagegen ziemlich genau das, was erwartet wird.

Schön ist, dass der Film seine Figuren trotz vieler Albernheiten nicht völlig bloßstellt. Auch die alten Rivalen aus Kindertagen bleiben eher komische Gegenspieler als echte Karikaturen ohne Würde. Kindsköpfe ist keine böse Komödie und keine besonders scharfe Satire, sondern ein Film, der vor allem gute Laune verbreiten will. Seine Gesellschaftskritik bleibt einfach, aber nachvollziehbar. Vielleicht tut es Erwachsenen tatsächlich manchmal gut, sich an ein wenig kindliche Unbeschwertheit zu erinnern.

Fazit

YouGame Redaktion
YouGame Redaktion
Kindsköpfe ist keine besonders originelle Komödie und sicher kein filmischer Meilenstein. Die Handlung ist dünn, viele Witze sind vertraut, und manche Szenen wirken wie lose aneinandergereihte Sketche. Trotzdem funktioniert der Film als lockere Sommerunterhaltung, weil das Ensemble gut harmoniert und der Grundgedanke sympathisch bleibt.

Dennis Dugan liefert eine unkomplizierte Komödie über Freundschaft, Familie und den Wunsch, für ein Wochenende wieder ein bisschen Kind zu sein. Wer feinen Humor oder eine starke Geschichte erwartet, ist hier falsch. Wer aber eine entspannte Komödie mit bekannten Gesichtern, harmloser Nostalgie und einigen gelungenen Lachern sucht, kann mit Kindsköpfe durchaus seinen Spaß haben.

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