Titel:
Dunkirk
Original-Titel:
Dunkirk
/2017
Verleih:


Laufzeit:
107
Startdatum:
01.01.1970

Filmkritik: Dunkirk

Die Schlacht von Dünkirchen zählt zu den wichtigsten Kriegsschauplätzen des 2. Weltkrieges und war deswegen auch schon Thema mehrere Filme. Nun hat sich Christopher Nolan dem Thema angenommen, um mit seinem ersten Kriegsfilm einen neuen Weg einzuschlagen. Ob ihm dies gelungen ist?

Mit Dunkirk beweist Christopher Nolan seine Liebe zum Stummfilm, denn im Film wird nur dann gesprochen, wenn es auch etwas zu sagen gibt. Überflüssige Füllsätze kommen nicht vor, das Geschehen auf der Kinoleinwand soll nicht unterbrochen worden, man soll sich selbst direkt am Kriegsschauplatz befinden. Man hört die Gewehrsalven direkt neben sich einschlagen und spürt fast die Druckwelle der Explosionen vor einem. Trotz der Action, die im Film nicht zu kurz kommt, wird dabei auf klassische Kriegsfilmszenen mit Toten, viel Blut und abgetrennter Körperteile fast vollständig verzichtet.

Die Geschichte des Filmes ist auch für Nicht-Historiker schnell erklärt. Dunkirk handelt von der Evakuierung Hunderttausender Soldaten vom nordfranzösischen Strand der Stadt Dünnkirchen, wo das Britische Expeditionskorps, die belgische Armee und Teile der französischen Armee von der deutschen Wehrmacht am 26. Mai 1940 eingekesselt wurden. Durch Hitlers Haltebefehl entstand ein Zeitfenster, in dem die Briten mit der „Operation Dynamo“ unter beträchtlichen Verlusten ihre Truppen evakuieren konnten, denn keine 40 Kilometer trennten die kleine Stadt von der britischen Küste auf der anderen Seite des Ärmelkanals. Das Wetter ist jedoch katastrophal und durch den flachen Strand und die rasche Zerstörung der Mole können keine großen Schiffe mehr anlegen. Durch den selbstlosen Einsatz unzähliger, kleiner privater Schiffe und Boote konnten jedoch die Soldaten vom Strand gerettet werden, sodass 340.000 Soldaten evakuiert werden konnten, bevor wenige Tage später die Wehrmacht die Stadt endgültig einnahm. Bis zum heutigen Tag ranken sich viele Gerüchte um den Haltebefehl Hitlers, da ohne diesem wohl die Evakuierung unterbunden worden wäre und so der Ausgang des 2. Weltkrieges selbst stark beeinflusst worden wäre und Hitler hätte wohl auch Großbritannien eingenommen.

Dunkirk selbst handelt jedoch nur von der Evakuierung und versucht dabei gar nicht Bösewichte und Helden aufzubauen. Deutsche Soldaten bekommt man den ganzen Film über kein einziges Mal zu sehen, dafür mehrere Sichtweisen auf Seiten der Alliierten, zu Lande, in der Luft und zu Wasser. So wird die Geschichte des britischen Soldaten Tommy erzählt, der gleich zu Beginn des Filmes mit Müh und Not, den in der Stadt einrückenden deutschen Soldaten, um im weiteren Verlauf des Filmes alles für eine Überfahrt von Dünnkirchen nach Großbritannien zu tun, während eine Hoffnungsblase nach der anderen zerplatzt. Spitfire-Pilot Farrier versucht die Flucht aus der Luft zu unterstützen und macht sich auf die Jagd nach deutschen Fliegern und Bombern, um seine Kameraden am Boden zu unterstützen. Selbst als der Sprit sich schon dem Ende zu neigt, bringt er es nicht übers Herz zurück zur Basis zu fliegen, sondern nimmt weiter Jagd auf deutsche Flieger. Der dritte Geschichtsstrang erzählt von Hobby-Segler Mr. Dawson, der sich mit seinem kleinen Boot auf den Weg nach Dünnkirchen macht, um bei der Evakuierung zu helfen, obwohl er weiß, dass er sich selbst dabei in Lebensgefahr bringt.

Der Film wird nicht von einem konstanten Erzählstrang erzählt, sondern von den Erlebnissen dieser drei Personen. Man wird quasi von den Geschehnissen durch den Film getragen und darf sich selbst die Verbindungen der Geschehnisse bilden und so eine der größten Niederlagen der alliierten Kräfte ohne Schönfärberei erleben. Gedreht wurde dabei Großteils am Originalschauplatz, auf Specialeffekte wurde weitgehend verzichtet. Das Wetter spielte mit und zeigte sich von seiner schlechten Seite. Zusätzlich wurde, um die Szenerie möglichst realistisch erscheinen zu lassen, der französische Zerstörer Maillé-Brézé aus einem Museum geliehen.

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