Die Österreichische Spiele-Akademie hat im UniCredit-Center Am Kaiserwasser die Gewinner des Österreichischen Spielepreises 2026 vorgestellt. Als Spiel der Spiele wurde Take Time von Libellud ausgezeichnet. Das kooperative Strategie-, Kommunikations- und Rätselspiel überzeugte die Jury mit seinem zugänglichen Einstieg, seiner liebevollen Gestaltung und einem Spielprinzip, das gemeinsames Planen in den Mittelpunkt stellt.
In Take Time stellen sich die Spielenden immer neuen Aufgaben rund um Uhren, Zeit und Zahlenkarten. Bevor die Karten still und regelkonform angelegt werden, wird gemeinsam über mögliche Strategien gesprochen. Erst danach zeigt sich, welche Karten tatsächlich zur Verfügung stehen. Genau aus dieser Mischung aus Absprache, Rätselspannung und überraschenden Spielsituationen entsteht laut Jury der besondere Reiz des Spiels. Thomas Bareder beschreibt Take Time als „höchst reizvolles, herausragend illustriertes und liebevoll variiertes Kooperationsspiel“, das nahezu alle mitnehmen könne und gut zu einem Zeitgeist passe, in dem gemeinsames Erleben wieder stärker in den Vordergrund rückt.
Der Österreichische Spielepreis wurde 2026 bereits zum 26. Mal vergeben. Neu war in diesem Jahr, dass die Jury vorab eine Nominierungsliste veröffentlichte und damit einen Wunsch aus Teilen der Spieleszene aufgriff. Die Österreichische Spiele-Akademie sieht den aktuellen Spielejahrgang insgesamt stark aufgestellt. Besonders hervorgehoben wurden die hohe Zugänglichkeit vieler Titel, die gestalterische Vielfalt und eine wachsende Themenbreite, auch für erwachsene Spielende. Gesellschaftsspiele würden damit weiterhin einen Gegenpol zur digitalen Reizüberflutung bieten und gemeinsame, smartphonefreie Zeit fördern.
Neben dem Hauptpreis wurden sechs Spiele-Hits ausgezeichnet. In der Kategorie Kinder gewann Beast Selfie von Huch. Das Spiel lässt Papp-Tiere hinter einem Fotorahmen positionieren, wobei die wichtigsten Merkmale sichtbar bleiben sollen. Am Ende wird die Auslage mit einem echten Fotoshooting ausgewertet. Für Familien wurde Morty Sorty von Schmidt ausgezeichnet. Darin sortieren Lehrlinge in einem Magic Shop Zutatenfläschchen in Regale und versuchen, möglichst viele Wünsche zu erfüllen. Die Regeln sind einfach, doch wer gewinnen will, braucht Planung, Überblick und etwas Taktik.
Der Spiele-Hit Freunde ging an Hot Streak von Strohmann. In dem turbulenten Wettspiel setzen die Teilnehmenden nicht auf Pferde, sondern auf Maskottchen, die sich bei großer Hitze und eingeschränkter Sicht über die Strecke kämpfen. Orientierungslosigkeit, Stürze und falsche Laufrichtungen gehören dabei ausdrücklich zum Spaß. In der Kategorie Experten setzte sich Saltfjörd von Huch durch. Das Entwicklungs- und Dice-Placementspiel führt in ein norwegisches Fischerdorf am Beginn der Industrialisierung, in dem Rohstoffe, Gebäude, technologische Entwicklung, Handel und Arbeiter klug miteinander verzahnt werden müssen.
Als Spiele-Hit Karten wurde Duell um Cardia von Hans im Glück ausgezeichnet. Das taktische Kartenduell führt in die von einem Djinn geschaffene Stadt Cardia und lässt zwei Kontrahenten bei gleicher Ausgangslage gegeneinander antreten. Wer die eigenen Gefolgsleute besser einsetzt, Eigenschaften klüger kombiniert und den richtigen Moment erwischt, kann das Duell für sich entscheiden. Den Spiele-Hit Trend erhielt Boss Fighters von Pegasus. Das kooperative Kampf- und Abenteuerspiel verbindet Deckbuilding mit App-Unterstützung und lässt die Gruppe gemeinsam gegen Monster antreten. Die App übernimmt dabei einen großen Teil des Kampfhandlings und zeigt, wie digitale Unterstützung ein Brettspiel sinnvoll ergänzen kann.


