NACON und Studio Teyon haben im Rahmen des Xbox Showcase Hunter: The Reckoning – Deathwish angekündigt und damit eine der bekanntesten Lizenzen der Rollenspielwelt zurück auf die Videospielbühne geholt. Mehr als 20 Jahre nach dem letzten Spiel zur Marke soll das düstere World-of-Darkness-Universum im Sommer 2027 auf PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC via Steam neu interpretiert werden. Teyon, das zuletzt mit RoboCop: Rogue City auf sich aufmerksam gemacht hat, setzt diesmal auf ein First-Person-Einzelspieler-Action-RPG, das Spieler:innen in eine weitläufige Version von New York führt.
Die Ausgangslage ist klassisch düster: In den Schatten der Metropole verbergen sich Vampire, Werwölfe und andere übernatürliche Wesen, die ihre Macht im Verborgenen ausspielen. Spieler:innen übernehmen die Rolle eines Jägers, der erkennt, dass Monster die Welt heimlich kontrollieren, und sich daraufhin entscheidet, gegen sie vorzugehen. Dabei soll sich die Figur ähnlich wie im Tabletop-Vorbild anpassen lassen. Die Stadt kann in eigenem Tempo erkundet werden, auf der Suche nach Hinweisen, Nebenquests und Möglichkeiten, sich Vorteile gegenüber Feind:innen zu verschaffen, die nicht nur gefährlich, sondern oft auch deutlich mächtiger sind.
Interessant klingt vor allem der spielerische Ansatz, den Teyon verfolgt. Statt jede Begegnung auf dieselbe Weise anzugehen, sollen Spieler:innen ihre Taktik an den jeweiligen Unterschlupf und Gegnertyp anpassen. Mal steht rohe Gewalt im Vordergrund, mal Heimlichkeit oder List. Dafür steht eine Mischung aus Nah- und Fernkampfwaffen zur Verfügung, mit denen die Monsterjagd deutlich actionreicher ausfallen dürfte als in vielen anderen Interpretationen des World-of-Darkness-Stoffs.
Begleitet wird die Hauptfigur im Verlauf der Kampagne nicht nur von einer Jägergruppe, sondern auch von fünf Gefährt:innen mit eigenen Geschichten, Persönlichkeiten und Fähigkeiten. Diese sollen nicht bloß als Kampfunterstützung dienen, sondern auch eine größere Rolle im Verlauf der Handlung spielen. Beziehungen können vertieft werden, sogar Liebesbeziehungen sind möglich. Gleichzeitig will das Spiel Entscheidungen stark in den Mittelpunkt rücken. Dialoge und Missionen sollen mehrere Ausgänge erlauben, mit Konsequenzen für die Geschichte, den Ruf bei Verbündeten und sogar für das Verhältnis zu den Strafverfolgungsbehörden, die den Jäger:innen zusätzliche Probleme bereiten können.
Damit positioniert sich Hunter: The Reckoning – Deathwish nicht nur als Monsterjäger-Fantasie, sondern auch als Rollenspiel, in dem moralische Abwägungen und persönliche Konsequenzen eine zentrale Rolle spielen. Aus Sicht von White Wolf scheint die Richtung jedenfalls zu passen. Creative Director Jess Lanzillo betont, dass NACON und Teyon mit Deathwish etwas Besonderes geschaffen hätten und das Studio genau verstehe, was Hunter: The Reckoning als Setting so reizvoll mache.
Noch ist bis zum Release im Sommer 2027 viel Zeit, aber schon jetzt wirkt Hunter: The Reckoning – Deathwish wie ein Titel, mit dem NACON und Teyon mehr wollen als nur eine alte Marke aus dem Archiv holen. Die Mischung aus düsterem New York, Monsterjagd, Entscheidungsfreiheit und World-of-Darkness-Flair hat jedenfalls das Potenzial, für Fans des Settings deutlich mehr zu sein als bloße Nostalgie.


