Das traditionsreiche Comicmagazin Strapazin steht unter Druck. Die in Zürich und München verortete Anthologie, die seit 1984 als wichtige Plattform für Comics, Graphic Novels und visuelle Narration gilt, startet am 11. März 2026 unter dem Motto „Strapazin Forever“ eine Crowdfunding-Kampagne, um ihre finanzielle Zukunft zu sichern. Innerhalb von 32 Tagen sollen 66’666 Schweizer Franken zusammenkommen.
Über mehr als vier Jahrzehnte hat sich Strapazin als feste Größe der deutschsprachigen und internationalen Comicszene etabliert. Das Magazin fördert gezielt junge Zeichner:innen aus der Schweiz, Deutschland und der ganzen Welt und gilt bis heute als eine der wichtigsten unabhängigen Stimmen des Mediums. Organisiert wird es von einem 26-köpfigen Herausgeber:innen-Team, in dem Gründungsmitglieder ebenso vertreten sind wie jüngere Kräfte aus dem Hochschulumfeld.
Nun steckt das Magazin jedoch in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Als Gründe nennt die Redaktion den anhaltenden Rückgang von Anzeigen in Printmedien, steigende Produktions- und Distributionskosten sowie den Umstand, dass der geplante Ausbau der Abonnent:innenbasis Zeit und zusätzliche Ressourcen benötigt. Dabei sind neue Abos für die Zukunft des Magazins zentral: Schon 350 zusätzliche Abonnements würden laut Redaktion ausreichen, um Strapazin wieder auf eine selbsttragende Basis zu stellen.
Die Crowdfunding-Kampagne soll deshalb nicht nur kurzfristig helfen, sondern gezielt Investitionen ermöglichen, mit denen sich das Magazin langfristig stabilisieren lässt. Geplant sind unter anderem ein stärkerer Ausbau der Abonnent:innenarbeit, intensiveres Fundraising, eine professionellere Betreuung von Sponsor:innen und Unterstützer:innen sowie ein Umbau interner Datenbank- und Verwaltungsstrukturen. Ziel ist es, weiterhin viermal im Jahr anspruchsvolle Comics zu veröffentlichen, Veranstaltungen und Messeauftritte zu realisieren und als unabhängige Stimme für künstlerisch ambitionierte Comic-Erzählungen sichtbar zu bleiben.
Unterstützt wird die Aktion bereits von über 100 Künstler:innen aus aller Welt, die eigens gezeichnete Strapazin-Zombies als mögliche Belohnungen beigesteuert haben. Die Redaktion macht keinen Hehl daraus, wie ernst die Lage ist. Sollte Strapazin verschwinden, ginge nicht nur ein Magazin verloren, sondern auch ein Stück deutsch-schweizerischer Comicgeschichte, dazu ein dichtes Netzwerk, viel Know-how und eine Plattform, die seit Jahrzehnten avantgardistische und gesellschaftlich relevante Comic-Kunst sichtbar macht.
Mit der Kampagne will Strapazin nun genau das verhindern und beweisen, dass unabhängige Comic-Kultur auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine Zukunft haben kann.


