Mit Pick a Chicken bringt Piatnik eine frühlingshafte Kartenneuheit auf den Tisch, die sich an Kinder ab sechs Jahren richtet und auf den ersten Blick niedlich wirkt, spielerisch aber durchaus Raffinesse mitbringt. Im Zentrum steht ein Hühnerstall, der durch geschickten Kartentausch möglichst punkteträchtig aufgebaut werden muss. Entscheidend ist dabei, dass nicht jedes Huhn einfach irgendwo landen will. Der Hahn möchte allein herrschen, Küken fühlen sich nur zu zweit wohl, kranke Hühner brauchen eine Tierärztin in der Nähe, und Eier entfalten ihr volles Potenzial erst mit der passenden Glucke daneben.
Gespielt wird mit 55 Karten, darunter gesunde und kranke Hennen, Glucken, Küken, Eier, Hähne und die Tierärztin. Jede Person erhält zu Beginn zwölf Karten, die verdeckt in einem Raster aus drei Reihen und vier Spalten ausgelegt werden. Eine Karte darf sofort aufgedeckt werden. Zusätzlich kommen fünf offene Karten in die Tischmitte, aus denen reihum gewählt wird. Wer an der Reihe ist, tauscht eine dieser offenen Karten gegen eine verdeckte Karte aus dem eigenen Stall. Nach und nach schrumpft die Auslage, bis keine offenen Karten mehr vorhanden sind und fünf neue nachgelegt werden. Wichtig ist dabei, dass abgelegte Karten später nicht mehr verschoben werden dürfen. Was einmal liegt, bleibt liegen.
Gerade daraus entsteht der eigentliche Reiz des Spiels. Wer früh falsch plant, verbaut sich später wertvolle Kombinationen. Hennen bringen besonders viele Punkte, wenn sie in größeren waagrechten oder senkrechten Gruppen liegen. Küken zählen nur paarweise, der Hahn punktet dann gut, wenn er in Reihe und Spalte ohne Konkurrenz bleibt. Eier liefern zunächst einfache Punkte, mit einer angrenzenden Glucke verdoppelt sich ihr Wert aber. Kranke Hühner kosten hingegen Punkte, sofern nicht direkt daneben eine Tierärztin sitzt. Diagonale Nachbarschaften zählen nicht, entscheidend sind nur direkte waagrechte oder senkrechte Verbindungen.
Dadurch wird Pick a Chicken mehr als ein bloßes Kinderkartenspiel mit netter Optik. Hinter den witzigen Illustrationen steckt ein leicht zugängliches, aber erstaunlich planungsintensives Ablegespiel, das Kinder schnell verstehen und dennoch nicht sofort durchschauen. Weil die Kartenauslage jedes Mal anders verläuft und verschiedene Wertungsmöglichkeiten ineinandergreifen, dürfte auch der Wiederspielreiz entsprechend hoch ausfallen.
Pick a Chicken stammt von Jannik Walter, der sich auf kleine, flott gespielte Karten- und Würfelspiele spezialisiert hat. Das Spiel ist für zwei bis vier Personen ausgelegt, dauert rund 15 Minuten und kostet etwa 9,99 Euro.


