Mit Die Hängenden Gärten bringt der Wiener Spieleverlag Piatnik ein neues Strategiespiel auf den Tisch, das sich einem der berühmtesten Weltwunder widmet. Ziel ist es, im Auftrag des Königs von Babylon für dessen Gemahlin Amytis einen möglichst prachtvollen Garten zu erschaffen, mit seltenen Baumarten, exotischen Tieren und farbenprächtigen Blumen. Nach vier Runden entscheidet sich, welches Gärtnerteam das Königspaar am meisten beeindruckt hat.
Das Spiel ist für ein bis fünf Personen ab zehn Jahren konzipiert und dauert rund 30 Minuten. Trotz der überschaubaren Spielzeit setzt es auf taktische Tiefe und clevere Planung. Im Zentrum steht ein Worker-Placement-Mechanismus. Pro Runde hat jede Person drei Züge und platziert ihr dreiköpfiges Gärtnerteam strategisch auf dem zentralen Tableau, um wertvolle Karten zu erhalten. Mit diesen entsteht der eigene Hängende Garten, der aus zwölf Karten besteht und pyramidenartig über drei Ebenen aufgebaut wird.
Entscheidend ist dabei nicht nur die Auswahl der Motive, sondern auch deren Platzierung. Tiere, Bäume und Blumen folgen unterschiedlichen Wertungsregeln. Ein Löwe bringt auf der untersten Ebene die meisten Punkte, Drachenpalmen bringen nur in begrenzter Anzahl Ertrag, und bei Blumen zählt jeweils nur die größte zusammenhängende Farbgruppe. Zusätzlich liefern bestimmte Karten Boni, etwa zusätzliche Ressourcen oder Werkzeuge, um höherwertige Karten erwerben zu können.
Auch das Thema Bewässerung spielt eine zentrale Rolle. Wer sein Wassersystem möglichst exakt nach Vorgabe baut, sichert sich zusätzliche Punkte. Darüber hinaus tauchen Gäste des Königspaars im Garten auf, die eigene Erwartungen mitbringen. Werden diese erfüllt, winken weitere Belohnungen. Selbst scheinbar leere Karten können durch gezielte Verschönerungen wertvoll werden, vorausgesetzt, man investiert zum richtigen Zeitpunkt.
Limitierte Aktionsfelder sorgen für direkte Interaktion und Konkurrenz am Spielplan. Gleichzeitig bleibt die Struktur übersichtlich, da alle wichtigen Informationen direkt auf den Karten abgebildet sind. Das erleichtert den Einstieg, ohne die strategischen Möglichkeiten einzuschränken. Neben der Mehrpersonen-Partie ist auch eine Solo-Variante enthalten.
Die Hängenden Gärten stammt von Grégory Grard und Matthieu Verdier. Grard wurde 2025 auf der Lucca Comics & Games Messe als Brettspiel-Autor des Jahres ausgezeichnet; gemeinsam mit Verdier war er bereits mehrfach auf Spiel-des-Jahres-Listen vertreten.


