Mit Tomb of the Bloodletter ist heute im Rahmen des Steam Typing Fest ein ungewöhnlicher Roguelike-Dungeon-Crawler erschienen, der Kämpfe vollständig über die Tastatur austrägt. Entwickelt wurde das düstere Fantasy-Spiel von Solo-Entwickler Ethan’s Secretions. Der Titel ist ab sofort für PC via Steam erhältlich und kostet 7,99 US-Dollar. Zum Start gibt es für kurze Zeit 20 Prozent Rabatt.
In Tomb of the Bloodletter sind Wörter keine Mittel zum Zweck, sondern das zentrale Kampfsystem. Jede Begegnung wird getippt. Buchstaben sind verflucht, Magien haften an einzelnen Tasten und verändern, wie Wörter im Kampf wirken. Manche Buchstaben belohnen exakte Platzierung, andere heilen, wieder andere schlagen zurück. Bestimmte Kombinationen eröffnen mächtige Effekte, bringen aber gefährliche Nebenwirkungen mit sich. Jeder Tastendruck ist eine bewusste Entscheidung.
Die Runs sind bewusst kompakt gehalten. Ein Durchlauf dauert etwa 30 Minuten und endet konsequent mit Sieg oder Niederlage. Statt langfristiger Build-Planung steht das unmittelbare Rätsel jedes einzelnen Zuges im Mittelpunkt. Das gesamte Keyboard steht von Beginn an zur Verfügung. Nicht der Wortschatz entscheidet, sondern Timing, Reihenfolge und der Umgang mit instabilen Effekten.
Mit jedem Abstieg in das sich ständig verändernde Grab werden neue Figuren freigeschaltet, die das Kampfsystem spürbar verändern. Der Heretic verkörpert das Risiko-Spiel des Titels besonders deutlich. Gebete kosten Lebenspunkte, der erste Angriff jeder Runde stellt diese wieder her. Aggression kann retten oder vernichten. Sicherheit existiert nicht.
Andere Charaktere setzen andere Schwerpunkte. Der Scholar startet mit enormer Macht, die jedoch mit jedem Raum schwindet. Effizienz wird zur Überlebensfrage. Der Prophet steht unter dem Einfluss eines launischen Herren und muss dessen Forderungen erfüllen oder Strafen in Kauf nehmen. Der Adventurer verzichtet auf Sonderregeln und bietet einen direkteren Einstieg für alle, die sich auf das System konzentrieren wollen. Jede Figur verändert den Rhythmus der Entscheidungen spürbar.
Auch die Gegner sind kein bloßes Beiwerk. Verfluchte Bestien, trügerische Geister und namenlose Wesen bringen eigene Mechaniken mit, die gezieltes Denken und präzises Tippen verlangen. Neue Magien werden nicht ausgewählt, sondern aufgezwungen. Mit jeder Ebene wird die Tastatur mehr zu einem instabilen Zauberbuch, das gleichzeitig Werkzeug und Gefahr ist.


