Rebecca F. Kuang ist längst mehr als nur ein Name in der internationalen Literaturszene – sie ist ein Phänomen. Mit gerade einmal 29 Jahren verfügt sie über Masterabschlüsse aus Cambridge und Oxford, promoviert aktuell in Yale, lehrt dort auch – und schreibt nebenbei Bestseller. Der internationale Durchbruch gelang ihr mit dem historischen Fantasyroman Babel, der 2023 den British Book Award gewann. Noch größere Aufmerksamkeit erhielt sie mit ihrem satirischen Thriller https://amzn.to/3V3Fqkl, der weltweit auf den Bestsellerlisten stand und Kuang endgültig in den Rang einer literarischen Stimme unserer Zeit erhob.
Nun legt die Autorin nach: Mit Katabasis veröffentlicht sie einen neuen Roman, der abermals ihre Vielseitigkeit und literarische Experimentierfreude unter Beweis stellt. Der Titel verweist auf den antiken Begriff des Abstiegs in die Unterwelt – und genau darum geht es: Zwei Cambridge-Doktoranden wagen den Weg ins Reich der Toten, um ihren plötzlich verstorbenen Professor zurückzuholen. Nicht aus reiner Loyalität, sondern weil ihr eigenes akademisches Fortkommen durch den Tod des Betreuers massiv gefährdet ist.
Was zunächst wie eine düstere Fantasy-Handlung klingt, entpuppt sich bald als vielschichtige Satire. Denn je tiefer die Figuren in die Unterwelt eindringen, desto deutlicher wird: Die eigentliche Hölle ist nicht das Jenseits, sondern die Universität selbst. Hier entwirft Kuang ein ebenso bitteres wie pointiertes Bild akademischer Abhängigkeiten, Machtspiele und Rivalitäten. Der Campus wird zum Schauplatz existenzieller Kämpfe, die weit über die Karriere hinausreichen – und die Frage stellen, was Menschen bereit sind zu opfern, um im Wissenschaftsbetrieb zu überleben.
Mit Katabasis fügt Kuang ihrem Werk ein weiteres Kapitel hinzu, das zwischen Mythos und Gegenwart, Satire und Tragödie oszilliert. Ihre Themen – Macht, Sprache, Identität und der Preis von Ehrgeiz – bleiben dabei zentral, doch sie verhandelt sie auf immer neue Weise.


