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Brettspiel-Review: Topp die Torte

· ca. 2 Min. Lesezeit Andreas Zommer
Brettspiel-Bild: Topp die Torte

Backen einmal anders: In Topp die Torte! von Wolfgang Warsch geht es darum, eine siebenstöckige Torte Schicht für Schicht aufzubauen. Bis zu vier Spieler:innen ab sechs Jahren versuchen dabei, möglichst viele Farbreihen geschickt miteinander zu verbinden, um wertvolle Zuckerwürfel und damit Punkte zu sammeln. Auf den ersten Blick wirkt das Ganze sehr einfach: ein Tortenteil auswählen, anlegen, fertig. Doch schon beim ersten Spielen zeigt sich, dass es überraschend knifflig sein kann, das passende Stück so anzulegen, dass sich die Farben überlappen. Da man die Teile vor dem Legen nicht an die Torte halten darf, ist gutes Augenmaß gefragt. Wer danebenliegt, ärgert sich schnell, wer trifft, freut sich über ein kleines Erfolgserlebnis.

Die Zuckerwürfel, die man so Runde für Runde einsammelt, werden in die eigenen Gläser sortiert. Je nach Kombination winken dafür Bronze-, Silber- oder Gold-Chips, die nicht nur Punkte bringen, sondern im besten Fall auch Bonuswürfe erlauben. Besonders spannend wird es, wenn die goldenen Zuckerwürfel ins Spiel kommen, die als Joker jede beliebige Farbe annehmen können. Sie sorgen im letzten Drittel einer Partie häufig noch einmal für Überraschungen, wenn man Gläser voll bekommt, die man schon abgeschrieben hatte. Gleichzeitig bleibt es ein Wettrennen, denn sobald jemand die magische Grenze von 65 Punkten überschreitet, startet das Spielende.

Das Material überzeugt: stabile Pappe, funkelnde Würfel, ein übersichtlicher Spielplan. Gerade Kinder sind begeistert, wenn die eigenen Gläser langsam voll werden und die Torte in die Höhe wächst. Auch die optische Gestaltung trägt dazu bei, dass das Thema sofort greifbar wird. Kleinere Schwächen gibt es bei den Wertungsplättchen, deren Symbole nicht sofort selbsterklärend sind, sowie bei den Chips, die unterschiedlich hohe Punktespannen haben und damit manchmal etwas zu glücksabhängig wirken.

Spielerisch richtet sich Topp die Torte! klar an Familien. Die Regeln sind schnell erklärt, der Aufbau unkompliziert, und die Spieldauer von rund 20 Minuten passt perfekt in eine Runde mit Kindern. Gleichzeitig haben auch Erwachsene genug zu knobeln, da das Spiel geschickt Augenmaß und Planung verbindet. Besonders gelungen ist, dass Kinder hier wirklich auf Augenhöhe mitspielen können, weil strategische Vorteile der Eltern durch den Mechanismus stark relativiert werden.

Fazit

Andreas Zommer
Andreas Zommer
YouGame Redaktion
Topp die Torte! ist ein rundum gelungenes Familienspiel, das durch sein unverbrauchtes Thema, das hochwertige Material und die Mischung aus Glück, Planung und Augenmaß überzeugt. Es erklärt sich leicht, spielt sich flott und bleibt bis zum Ende spannend. Kleine Schwächen bei den Symbolen und der Punktevergabe trüben den positiven Gesamteindruck kaum. Ein süßes Vergnügen, das in keiner Familienspielesammlung fehlen sollte.

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