Titel:
Warsaw
System:
PC
Publisher:
gaming company
Entwickler:
Pixelated Milk
Genre:

Release:
02.10.2019

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Preview: Warsaw

Obwohl der 2. Weltkrieg uns alle auf Schritt und Tritt begleitet, gibt es noch immer viele Geschichten, die nicht ausreichend erzählt wurden. Eine dieser Geschichten ist der Warschauer Aufstand 1944, der außerhalb Polens medial bisher kaum behandelt wurde. Das polnische Entwickler-Team Pixelated Milk will dies mit ihrem nächsten Titel nun ändern.

Polen war eines der ersten Länder, das zu Beginn des 2. Weltkrieges ohne Chance auf Gegenwehr überrannt wurde und jahrelang unter der Herrschaft der Nazis leiden musste. Als 1944 bekannt wurde, dass die deutsche Wehrmacht im Osten eine Niederlage nach der anderen erleidet, startete die polnische Exilregierung im Untergrund einen Aufstand gegen die deutschen Besatzer. Man wollte die Stadt befreien, um so der sowjetischen Armee zuvorzukommen und ein freies Polen ohne Einfluss von Stalin zu erreichen. Wer sich in der Geschichte auskennt, weiß, dass die Aufständischen nach 63 Tagen kapitulieren mussten, rund 200.000 Warschauer Bewohner ermordet und die Stadt zum Großteil zerstört wurde. Soldaten Stalins hätten dieses Massaker verhindern können, da sie nur wenige Kilometer vor Warschau, ihr Lager aufgeschlagen hatten. Stalin wollte jedoch nicht helfen und so mussten sie dem Kriegsverbrechen tatenlos zusehen.

Das polnische Entwicklerteam will genau diese tragischen Gegebenheiten noch 2019 auf die heimischen PC-Bildschirme bringen, will dabei jedoch keine reine Geschichtsstunde abliefern, man wolle im besten Falle ein Interesse für die damaligen Geschehnisse wecken. Man wolle auch niemandem eine Meinung über die Geschehnisse aufdrücken, sondern gibt einfach nur historische Fakten wieder. Es wird auch kein Vorwissen benötigt, um durch das Spiel zu kommen, denn am Ende gibt es sowieso kein Happy End. Nach 63 Tagen ist das Spiel fix zu Ende und man steht als Verlierer da, der Aufstand ist verloren. In unserer Hand liegt es jedoch, wer unserer maximal 12 Charaktere am Ende überlebt.

Warsaw ist ein rundenbasiertes Taktik-Spiel mit Rollenspiel-Elementen. Jeder unserer Spielcharaktere hat andere Stärken und Schwächen und hat andere Spezialisierungen. Wir müssen deswegen immer gut überlegen, wen der Charaktere wir am nächsten Tag in unsere Mission mitnehmen, den wir können maximal vier mitnehmen. Wer im Kampf stirbt, ist tot und somit auch nicht weiter nutzbar. Wer verwundet wird, bleibt so lange verwundet, bis wir die Person heilen.

In unserer Hand liegt die Auswahl der nächsten Mission, die entweder nur einen Tag dauert oder auch mehrere Tage in Anspruch nehmen kann. Wir wandern dann mit unseren Charakteren über die nachgestellte Stadtkarte von Warschau und suchen entweder andere Gruppen von Aufständischen, mit denen wir interagieren müssen oder sind auf der Suchen nach deutschen Soldaten, denen wir zum Beispiel etwas stehlen wollen. Zudem gibt es Wachposten in der Stadt, die wir umlaufen können oder denen wir uns im Kampf stellen können.

Die Kämpfe sind rundenbasiert, werden in 2D dargestellt und sind eigentlich unkompliziert gehalten. Jeder Charakter hat je nach Fähigkeiten unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten. So können manche Personen nur Fernangriffe, andere nur Nahangriffe tätigen. Die Sanitäterin kann wiederum Charaktere heilen, der General die Aufstellung auf der Kampfkarte verändern. Da jede Person nur drei Ausdauer-Punkte hat, müssen wir unsere Aktionen und Personen abwechseln. Ebenso stark limitiert ist Munition im Spiel, nicht nur einmal ist uns in der Preview-Session eine Mission missglückt, da wir die deutschen Soldaten nicht mehr umbringen konnten.

Nach einer erfolgreichen oder nicht so erfolgreichen Mission landen wir in unserem Hauptquartier, wo wir auf einer Karte dann die nächste Mission in einem der Stadtviertel auswählen können. Wir erfahren dabei auch, wie es den anderen Aufständischen geht und wo es Erfolge oder Misserfolge gab. Während diese am Anfang noch positiv klingen, werden diese jedoch schnell deprimierend und man bekommt rasch mit, dass es im Spiel um das reine Überleben geht.

Erscheinen soll das Spiel im Herbst und zum Start erst einmal nur für den PC, der Preis ist noch nicht fix, soll sich aber im Indy-Bereich um die 20€ bewegen. Für die Playstation 4 und Nintendo Switch soll eine Version nachgeliefert werden, hier gibt es jedoch noch kein fixes Datum, man wolle zuerst die PC-Version auf den Markt bringen.

Fazit: Eins muss ich gleich zu Beginn sagen, ich bin nach der halben Stunde Spielzeit Fan von Warsaw geworden. Das Setting ist vollkommen unverbraucht, das Gameplay funktioniert und die Kämpfe sind fair. Der Grafikstil ist ganz eigen, erinnert vom Stil her ein wenig an französische Comics. Spannend bleibt wie sich das Ende vom Spiel anfühlt und wie sich das Entwicklerteam Tag 63 vorgestellt hat. Aber

Ersteindruck: Sehr gut