Titel:
Kuhfstein

Verlag:
Schmidt Spiele
spielbar ab: 8+
Spieleranzahl
2-4
Spielerdauer
45 min

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Test: Kuhfstein

Saftige Wiesen, klare Seen und im Hintergrund ein Bergpanorama – so idyllisch präsentiert sich Kuhfstein, ein Plättchenlegespiel von Rita Modl. Der Titel spielt natürlich augenzwinkernd mit der Tiroler Stadt Kufstein, doch im Spiel dreht sich alles um Kühe. Denn die friedlich grasenden Tiere sind nicht nur Namensgeber, sondern zugleich das besondere taktische Element, das dieses Familienspiel von vielen anderen Legespielen unterscheidet.

In Kuhfstein bauen wir uns Zug um Zug unsere eigene Landschaft aus Heu-, Wiesen-, Wald-, See- und Hausplättchen auf. Ziel ist es, Muster zu erfüllen, die auf Handkarten vorgegeben sind. Wer eine Karte ausspielt, platziert Kühe auf die markierten Landschaftsfelder und erhält dafür Punkte. Klingt einfach, doch der Clou liegt in den Kühen: Sie blockieren Felder und verhindern so, dass wir dieselben Plättchen sofort erneut werten können. Um unsere Herde wieder frei zu bekommen, müssen wir eine Aktion investieren und das klappt nur, wenn die Tiere benachbart stehen. Wer es schafft, Kühe geschickt zusammenzuführen, holt sie mit einem einzigen Zug zurück in den Stall und spart wertvolle Aktionen. Pro Zug stehen vier einfache Möglichkeiten zur Auswahl: Plättchen legen, Karte aufnehmen, Karte ausspielen oder eine Herde zurückholen. Zwei Aktionen dürfen dabei frei kombiniert werden, was viel Flexibilität erlaubt. Doch so entspannt der Ablauf klingt, so sehr merkt man schnell, dass es sich um ein Wettrennen handelt. Denn sobald jemand die 65-Punkte-Marke überschreitet, wird das Spielende eingeleitet. Bonusfelder auf der Leiste bringen unterwegs zusätzliche Kühe oder Sonderaktionen, und kleine Holz-Bäume, die durch das geschickte Bauen von Quadraten gesetzt werden, sorgen für Extrapunkte. Das Spielgefühl schwankt angenehm zwischen Tüfteln und Leichtigkeit. Man knobelt, wie man Kühe effizient einsetzt, ärgert sich über blockierte Felder oder fehlende Plättchen und freut sich, wenn mehrere Aufträge in kurzer Abfolge gelingen. Die Herden-Regel erfordert Vorausplanung und räumliches Denken, ohne dabei zu überfordern. Interaktion gibt es vor allem indirekt: Wer ein begehrtes Plättchen oder eine passende Karte aus der Auslage schnappt, kann anderen durchaus in die Quere kommen. Ansonsten puzzelt man eher nebeneinander her, beobachtet aber sehr genau die Fortschritte der Mitspieler, denn das Erreichen der 65 Punkte kann schneller gehen, als man denkt. Die Ausstattung macht einen guten Eindruck. Kühe und Bäume aus Holz sind liebevoll gestaltet, die Plättchen stabil und die Punkteleiste mit Bonusfeldern praktisch. Allerdings sind die Landschaftsplättchen in der Farbwahl etwas zu dunkel geraten, was in den ersten Partien für Verwirrung sorgen kann. Auch ein Beutel zum Ziehen der Plättchen wäre stimmungsvoller gewesen als das Stapeln auf dem Tisch. Kleinere Schwächen wie Bonusplättchen, die nicht perfekt passen, oder Symbole, die man anfangs nachschlagen muss, trüben den ansonsten positiven Gesamteindruck aber kaum.

Fazit Brettspiel:
Kuhfstein ist ein charmantes Legespiel mit einem cleveren Kniff. Die Kühe bringen eine originelle Dynamik ins bekannte Puzzle-Prinzip, zwingen zur Planung und sorgen dafür, dass sich jede Partie ein wenig anders entwickelt. Die Regeln sind schnell erklärt, die Spieldauer angenehm kurz und die Mischung aus Taktik, Glück und Wettrennen spricht sowohl Familien als auch Gelegenheitsspieler an. Für Vielspieler bleibt es eher eine lockere Zwischendurch-Partie, doch genau dort entfaltet es seinen Reiz. Wer Plättchenlege-Spiele wie Carcassonne oder Patchwork mag und Lust auf eine frische, thematisch stimmige Variante hat, der sollte Kuhfstein unbedingt ausprobieren.

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